Agenda des G 20 – Gipfels 2017: Afrikas Zukunft sichern

g20Der afrikanische Kontinent macht uns betroffen mit diesen katastrophalen Ereignissen von Hunger und Unterernährung für Tausende arme im Elend vegetierende Menschen in vielen afrikanischen Ländern, die nur mit großartiger Hilfe der internationalen Gemeinschaft zu lösen sind. Umfangreiche Katastrophenhilfen von außen geben Rettung, reichen aber nicht aus und beseitigen nicht die Ursachen für Dürre und Wassermangel. Der Kampf gegen Hunger – erste Herausforderung des G 20!

Belastend sind in diesen Regionen von Ost-Süd-und Zentralafrika starke Wetteranomalien und die Klimaerwärmung. Einerseits muss auch eine wirksamere Unterstützung von Seiten der potenziellen afrikanischen Anliegerstaaten sichtbarer werden. Andererseits gibt Minister Dr. Müller den interessanten Vorschlag für Klimarisikoverssicherungen, um die Menschen langfristig vor den Dürre Auswirkungen zu schützen. Die UN sprechen von einem globalen Krisenfonds mit US$ 10 Mrd. zur Finanzierung von Hilfswerken.

Alarmierend ist die Tatsache, dass sich die Wüstengebiete in Afrika ausbreiten und Anbauflächen zerstören. Einhalt hiergegen zu erreichen ist durch eine integrative Offensive zum Ausbau von Bewässerungssystemen (Kanalflüsse für die Agrarflächen), Baum-Anpflanzungen gegen Wüstenwanderung und für Feuchtigkeitsbindung, Gewinnung von neuen Anbauflächen. An die Adresse internationaler Groß-und Finanzkonzerne ist die Forderung zu richten zur aktiven Mitwirkung an Lösungen für die Beherrschung dieser natürlichen Auswüchse.

Neue Wege mit Afrika – mit einem konstruktiven nachhaltigen Programm
Das erfordert einen Umbruch, weil die Länder des Kontinents in ihrer Entwicklung auf der Stelle treten. Die lokale Politik, die Eliten sind ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden, um für einen konstruktiven Weg genügend Innovationen für lokale Selbstentwicklungskräfte im öffentlichen wie privaten Bereich auszulösen. Dafür will das BMZ mit einem “ Marshallplan für Afrika“ eine Entwicklungsoffensive mit umfassenden Anschubhilfen in Milliardenhöhe auf die Tagesordnung setzen. Die permanent bestehende Frage wird sein, wie die von der UN berechnete Summe von US$ 600 Mrd. jährlich für die Nachhaltigkeitsziele Afrikas aufzubringen sind.

Das BMZ-Konzept zum Marshallplan ist zu überdenken. Sind die Faktoren in diesem 35- Seiten-Programm greifbar und wie umsetzbar? Dieser vom G20-Gipfel zu beratende Plan und die von der internationalen Gemeinschaft zu sichernden Fonds sollten den Status eines “Kooperativen Entwicklungsfonds für Afrika “ erhalten. Darin laufen alle Geberfonds zusammen, auch der jüngst von der Weltbank offerierten Fond mit US$ 57 Mrd. für die nächsten drei Jahre, und müssen gesteuert werden von einer zu bestimmenden Institution auf Schwerpunktobjekte und den Länderbedarf. Auf Basis eines Masterplanes ist die Kontrolle zu sichern. Die Finanzierung der internationalen Entwicklungszusammenarbeit erfordert umfangreiche private Investments.

Landwirtschaft – als Triebfeder und Motor der wirtschaftlichen Entwicklung
Der Agro-Sektor der afrikanischen Länder muss perspektivisch aus der strukturbestimmenden Subsistenzwirtschaft gewandelt werden, damit der ländliche Raum effizienter genutzt wird und die Produktivität eine weitaus höhere Wertschöpfung der Agrarproduktion hervorbringt.

Im Vordergrund steht für jedes Land die Nahrungssicherung, die nur durch Modernisierung der Agrarproduktion erreicht werden kann. Eigeninitiativen einiger Länder zielen z.B. auf „farm-mechanization centers in jeweiligen Distrikten, ausgestattet mit Traktoren und Geräten zur gemeinsamen Nutzung für die Farmer. Diese Strukturierung schafft die wichtigen Jobs und erfordert die Aus- und Weiterbildung der Jugend und der Farmer.

Bemerkenswert ist die vom amerikanischen Landmaschinenhersteller AGCO im Januar 2017 beim Berliner AGRO-Forum in dieser Richtung neu ausgerichtete Strategie zum Wandel der afrikanischen Landwirtschaft auf Modernisierung der kleinen Agrarbetriebe. Diese integrative und nachhaltige Mechanisierungsstrategie hat AGCO in Sambia begonnen. Um die bäuerliche Landwirtschaft zu stärken ist der strategische Weg zu Gemeinschaftsunternehmen auf JV-Basis Erfolg versprechend.

Aufgabe ist, die einzelnen Farmer für genossenschaftliches Wirken zu interessieren. Die Farmer müssen die Möglichkeit erhalten, mit Krediten von den lokalen Banken ins Business zu kommen und ihre private Existenzbasis zu sichern.

Auch hier wiederholend, die Ansprache an die deutsche Agrarwirtschaft, insbes. den DBV, von dem eine Initiative zur Unterstützung des Genossenschaftswesens in Afrika ausgehen sollte. Als private Investoren sollten z.B. unsere Agrargenossenschaften mit ihren Experten den Weg nach Afrika suchen. Die BMZ -Aktion “ Grüne Innovations- Centren “ für 16 Partnerländer mit Fördergeldern von € 138,5 Mio bis 2019 sind ein Beginn und könnte die erreichten Entwicklungen weiterführen als Basis für die Errichtung von Agro-Mechanisierungs- Zentren. Ghana hat diesen Mechaniserungsweg für 216 Distrikte bereits im Plan.

Dazu passend der kürzlich veröffentlichte dringende Appell von Mr. Kofi Annan, ehem. UN-Generalsekretär, an private Investoren und Regierungen, viel stärker die Landwirtschaft “ as a business and invest “ zu bringen, um die notwendige sozio-ökonomische Entwicklung und Reduzierung der Armut in Afrika zu sichern.

Die schwierige Lage der afrikanischen Länder muss ernsthaft signalisieren, dass für die Gestaltung der Zukunft Afrikas eine hohe Verantwortung in den Händen der afrikanischen Staaten selbst liegt.

Die Internationale Gemeinschaft hat die Verpflichtung, mit effektiv wirkender Investitionspolitik eine nachhaltige Zusammenarbeit zu bieten und Wachstum zu fördern.

So lautet der Weg in die Zukunft: ein intensiver Ausbau der wirtschaftlichen Potentiale in jedem afrikanischen Land. (Gerd Eckert, Dipl.oec.)