Berlin: ASTA der FU veranstaltet ‚festival contre le racisme‘

AkuaNaruAm Montag, den 6.Juni 2016 bis zum 10.Juni 2016 findet in Berlin das ‚festival contre le racisme‘ statt. Mit zahlreichen Veranstaltungen auf dem Campus der Freien Universität sowie mehreren Abendveranstaltungen in Berlin-Kreuzberg will das studentische Festival ein Zeichen gegen Rassismus setzen. Höhepunkte der Woche sind dabei der Auftritt der Holocaust Überlebenden Esther Bejarano mit der Musikgruppe Microphone Mafia bei der Gala des Festivals am 8.Juni 2016 in Jockels Biergarten sowie ein großes Konzert mit der Kölner Hip-Hop Künstlerin Akua Naru (Foto) am 9.Juni 2016 im Club Bi Nuu. Weiterhin bietet das Festival ein breites Workshop- und Vortragsprogramm sowie Filmvorführungen, welche sich mit Rassismus in seinen verschiedenen Facetten auseinandersetzen.

 

„Zu Zeiten, in denen wir täglich mit rassistisch motivierten Übergriffen und Brandanschlägen auf Geflüchtetenunterkünfte konfrontiert werden und nicht erst mit den erheblichen Wahlerfolgen der AfD die sogenannte Mitte der Gesellschaft zunehmend nach rechts rückt, ist es an der Zeit, das Thema Rassismus und Ausgrenzung an den Universitäten wieder auf die Tagesordnung zu bringen. Denn deutsche Universitäten sind kein rassismusfreier Raum in dieser Gesellschaft wie die gewordenen Vorfälle um die rassistische Äußerungen eines Dozenten an der Berliner Fachhochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) und der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) zeigen. Die Freie Universität ist hier keine Ausnahme. Entgegen seiner kritischen Tradition hat das Otto-Suhr-Institut vergangenes Jahr (Post-) Kolonialismus vom Lehrplan seiner Masterstudierenden gestrichen und in der Pressemitteilung der FUB zum 100-jährigen Bestehen des Gebäudes Boltzmannstr. 3 findet seine Verwicklung in die NS-Zeit einen kurzen Paragraphen, obwohl es als Teil des Kaiser-Wilhelm-Instituts nicht nur dem NS-Regime diente, sondern es an vielen Stellen auch „wissenschaftlich“ legitimierte. Auch beim Einsatz für den Hochschulzugang für Geflüchtete forderten Studierende in der Vergangenheit mehr Engagement von ihrer Universität. Leer stehende Villen in Zeiten vom Wohnraummangel für Geflüchtete haben uns wütend gemacht. Deswegen möchten wir mit dem ‚festival contre le racisme‘ einen universitären Raum öffnen, in dem diese und andere Facetten des Rassismus angesprochen werden können.“, erläutert Beryl Bömer vom AStA der FU einige Beweggründe für die Ausrichtung des Festivals.

 

Einige allgemeine Informationen zum Festival contre le racisme: Initiiert wurde das Festival 1995 in Frankreich. In Deutschland wird es in diesem Jahr zum 13. Mal stattfinden. In Berlin wurde das Festival zum ersten Mal 2014 von der Beuth Hochschule veranstaltet. Unterstützt wird die Kampagne vom freien zusammenschluss von studentInnenschaften e.V. (fzs) sowie vom Bundesverband Ausländischer Studierender (BAS). Die genaue Ausgestaltung des Festivals wird von den örtlichen Gruppen autonom erarbeitet. Themenschwerpunkte sind Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Diskriminierung im Alltag, Flüchtlingspolitik. Organisiert wird das Festival in Berlin dieses Jahr vom AStA der Freien Universität, Studierenden unterschiedlichster Fachbereiche in Kooperation mit verschiedenen Hochschulgruppen und Geflüchteteninitiativen. (Asta FU Berlin)