Berlin: Ausbruch aus Notunterkunft und Straßenblockade

refugeesDie Bewohner*innen einer Notunterkunft in Berlin-Wedding, inklusive Familien mit Kindern, werden am Donnerstag (24. November) aus der Sporthalle zum Protest ausbrechen und davor eine 12-stündige Straßenblockade starten.

Der folgende Brief stammt von den asylsuchenden Bewohner*innen des Lagers, in Berlin-Wedding. Es handelt sich um eine Notunterkunft in einer Schul-Turnhalle, die von der Firma „BTB“ betrieben wird:

„Hallo, wir die Bewohner*innen, Familien mit Kindern, Menschen aus verschiedenen Ländern und Altersklassen möchten folgendes mitteilen:

UNSERE FORDERUNG: Schliessen Sie das Lager! Wir müssen seit einem Jahr in dieser Notkunterkunft leben und fordern Sie dazu auf, sie zu schließen. Wir möchten unter besseren und menschlicheren Bedingungen, wie zum Beispiel in einem Wohnheim untergebracht werden.

Die Gründe unseres Streiks:

  1. Fehlende Privatsphäre!

Wie jeder andere Mensch, brauchen auch wir Privatsphäre. Damit unsere Kinder gesund und gebildet heranwachsen können, brauchen auch sie Räume und Ruhe um schulische Aufgaben bewältigen zu können. Dies ist in einer Turnhalle mit rund 150 Menschen nicht möglich. Zudem leiden immer mehr Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, an psychischen Problemen: einige haben Depressionen, können nicht essen und schlafen oder brechen in Panikattacken aus. Außerdem tauchen vermehrt Hautausschläge und Haarausfall auf, welche sowohl psychische als auch hygienische Ursachen haben.

  1. Fehlender Respekt!

Wir möchten von Person, die in unserem Lager die Leitung übernehmen, respektiert werden und dass sie unsere Bedürfnisse zu verstehen und lösen versuchen. Wir sind Menschen und keine Waren, die zum Geldmachen gelagert werden.

  1. Politische Verantwortung übernehmen!

Wir fordern die zuständigen Politiker*innen auf uns zu treffen, sich über unsere Lage zu informieren und unsere Lage entsprechend zu verändern.

Zum Schluss möchten wir Sie darauf hinweisen, dass wir in einer Turnhalle leben. Diese sind nicht dafür konzipiert um Menschen für ein Jahr zu beherbergen. Deshalb fordern wir eine sofortige Schließung des Lagers, eine schnelle Verlegung und eine unverzügliche Veränderung unserer Lage.

Die Bewohner*innen der Turnhallen-Notunterkunft in Berlin-Wedding“. (oplatz.net)