DAS Afrika-Pressespiegel, KW 27: Verantwortung und Verantwortungslosigkeit

Gipfel der Afrikanischen Union in Addis Abeba: Ganz Afrika blickte diese Woche auf den vom 03.-04.07 stattfindenden Gipfel der Afrikanischen Union (AU) in Addis Abeba. Humanitäre und politische Krisen dominierten dabei die Tagesordnung. Die Staats- und Regierungschefs berieten unter anderem über die Hungerkrisen in Somalia, dem Südsudan und Teilen Nigerias. Aufgrund einer Dürreperiode und Konflikten sind dort nach UN-Angaben über 20 Mio. Menschen von Hunger bedroht. Moussa Faki Mahamat, Kommissionspräsident der AU, mahnte zur Solidarität und kritisierte die Staatschefs für die unzureichenden Hilfsbemühungen.

Daneben ging es auch um die demografische Entwicklung auf dem Kontinent. Der prognostizierten Vervierfachung der Bevölkerung bis zum Jahr 2100, will die AU mit Investitionen in die Jugend begegnen. Dadurch sollen tausende Jobs entstehen und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Versorgung der wachsenden Bevölkerung geschaffen werden. Noch steht nicht fest, wie diese Investitionen aussehen sollen. Unklar ist auch die weitere Finanzierung der AU, die aktuell noch zu über 60% durch Partner, wie die EU oder die Weltbank, erfolgt und künftig autarker gestaltet werden soll. Hierzu wurden Reformvorschläge, wie etwa eine 0,2-prozentige Importsteuer diskutiert, die jedoch von einigen Mitgliedern blockiert wird. Die Relevanz und Glaubwürdigkeit der Organisation wird durch die zögerliche Umsetzung von Beschlüssen zunehmend in Mitleidenschaft gezogen.

HIER geht es direkt zum DAS Pressespiegel.