DAS-Afrika-Pressespiegel, KW 38: Drastische Entwicklungen

Massaker an burundischen Flüchtlingen in der Demokratischen Republik Kongo
Am vergangenen Freitag kam es im Osten der Demokratischen Republik Kongo in Kamanyola an der Grenze zu Burundi zu einer Auseinandersetzung zwischen burundischen Geflüchteten und kongolesischen Soldaten, bei der 36 Burunder getötet und rund 120 verletzt wurden. Die Informationslage ist unübersichtlich. Während einige Medien von vorangegangenen Demonstrationen gegen Relokalisierungspläne berichten, melden andere eine Demonstration aufgrund der Verhaftung von vier Geflüchteten. Kongolesische Behörden erklärten, dass Soldaten in die Luft schossen, um die Demonstration zu beenden und dabei mit Steinen beworfen wurden. Sie hätten das Feuer erst aus Notwehr eröffnet, als ein Offizier getötet wurde und die Menschenmenge die Soldaten zu überwältigen drohte.

Ein Regierungssprecher erklärte zudem, einige Demonstranten seien bewaffnet gewesen. Diese selbst hingegen erklärten keine Waffen getragen zu haben und grundlos unter Beschuss genommen worden zu sein. Nach Angaben des UN-Flüchtlingswerks UNHCR leben rund 45.000 burundische Flüchtlinge in der D.R. Kongo, darunter rund 2.000 in Kamanyola. Der Kleinstaat Burundi befindet sich seit 2015, nach der umstrittenen Kandidatur von Präsident Pierre Nkurunziza für eine dritte Amtszeit, in einer schweren Krise. Bis zu 2.000 Menschen sollen dort bei gewaltsamen Auseinandersetzungen bereits getötet worden sein.

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(Deutsche Afrika Stiftung)