DAS-Afrika-Pressespiegel, KW 40: Kamerun – Unabhängige Entscheidungen

 

Englischsprachige Regionen Kameruns erklären ihre Unabhängigkeit: Erst vor fünf Wochen entließ Kameruns Präsident Paul Biya führende Vertreter der anglophonen Zivilbevölkerungen aus dem Gefängnis. Am 1. Oktober, dem Tag der Wiedervereinigung, stand Kamerun nun alles andere als friedlich und vereint da. Die anglophonen Regionen im Westen des Landes verkündeten ihre Unabhängigkeit, und riefen symbolisch die Republik „Ambazonia“ aus. Der Name leitet sich aus der Ortsbezeichnung Ambas Bay ab, welcher als die natürliche Grenze in Kamerun zwischen den anglophonen und frankophonen Regionen angesehen wird.

Selbsternannter „Präsident“ dieser neuen Republik ist Sisiku Ayuk, ein ehemaliger leitender Angestellter des Telekommunikationsunternehmen Cisco. Infolge der Unabhängigkeitserklärung kam es zu Demonstrationen und gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Militär und Separatisten, bei denen mindestens 17 Menschen ums Leben kamen.  In den westlichen Regionen wurde der Ausnahmezustand verhängt. Seit über einem Jahr protestieren englischsprachige Kameruner gegen Benachteiligung durch die französischsprachige Zentralregierung und für einen föderalen Staat. Die englischsprachigen Kameruner machen etwa 20 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Nach der Einschränkung des Versammlungsrechts und der Internetverbindung im anglophonen Westen, sind die Ereignisse von letzter Woche ein weiterer Höhepunkt der angespannten Lage. (Deutsche Afrika Stiftung)

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