DAS Afrika-Pressespiegel, KW 46: Demonstration der Macht

Simbabwe: Militär übernimmt Kontrolle, Mugabe unter Hausarrest. In Simbabwe ist es im Kampf um die Nachfolge von Präsident Robert Mugabe zu einer überraschenden Wendung gekommen: Das Militär übernahm am Mittwoch zeitweise mit Panzern die Straßen der Hauptstadt Harare und der 93-Jährige Präsident steht unter Hausarrest. Trotz dieser Vorgänge lehnte Generalmajor Sibusiso Moyo die Bezeichnung der Militäroperation als Putsch strikt ab.

Man sei lediglich dabei, eine sich verschlimmernde politische, soziale und wirtschaftliche Krise abzuwenden. Die Regierungspartei ZANU PF kündigte über Twitter an, dass durch die Festsetzung Mugabes und seiner Frau ein friedlicher Übergang nach der Ära Mugabe eingeleitet würde. Als Organisator hinter der Militäraktion wird der ehemalige Vizepräsident Emmerson Mnangagwa vermutet. Dessen Entlassung in der vergangenen Woche war der Anlass für den Kurswechsel des Militärs gewesen, das bisher hinter Mugabe stand. Jedoch gilt Mnangagwa als Verbündeter von Militärchef General Constantino Chiwenga. Ihn und Chiwenga eint die Ablehnung der First Lady Grace Mugabe, welche darauf hofft, ihrem Mann im höchsten Staatsamt nachzufolgen.

Die Opposition forderte einen sofortigen Rücktritt Mugabes sowie eine zivile Übergangsregierung bis zu den Wahlen 2018. Internationale Vertreter riefen jedoch dazu auf, schnell und friedlich eine Lösung zu finden. Ob dies möglich ist, ist in Anbetracht der undurchsichtigen Lage zurzeit unklar. Präsident Mugabe ziehe einen Rücktritt laut südafrikanischer Militärvertreter trotz allem nicht in Erwägung. (Deutsche Afrika Stiftung)

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