DAS-Afrika-Pressespiegel, KW 51: Turbulenter Jahresabschluss

Cyril Ramaphosa ist neuer ANC-Vorsitzender: Nach wochenlangem Wahlkampf steht nun seit Montag der neue Vorsitzende der südafrikanischen Regierungspartei ANC fest. Knapp gewählt wurde Cyril Ramaphosa, ehemaliger Anti-Apartheitskämpfer neben Nelson Mandela und aktuell Vizepräsident des Landes. Er setzte sich mit 2440 zu 2261 Stimmen gegen Präsident Jacob Zumas Ex-Frau Nkosazana Dlamini-Zuma durch. Mit der Wahl zum ANC-Vorsitzenden und somit automatisch Präsidentschaftskandidaten werden Ramaphosa gute Chancen bei der Wahl 2019 ausgerechnet.

Auf der einen Seite werden Ramaphosa eine ausgleichende Politik und wirtschaftliche Kompetenz zugetraut – vor allem von weißen Farmern und der indischen Minderheit im Land. Auf der anderen Seite wird er stark dafür kritisiert, nichts gegen die florierende Korruption, besonders gegen die Selbstbereicherung Präsident Zumas, getan zu haben. In seiner Antrittsrede versprach Ramaphosa den ANC wieder zu einen und gegen Korruption im Land vorzugehen. Gleichzeitig stellte er die Bekämpfung von Armut und Arbeitslosigkeit als die dringlichsten Probleme in Südafrika heraus. Ob der mögliche nächste Präsident diese Ziele tatsächlich durchsetzen kann oder wird, ist zweifelhaft. Ramaphosa ist selbst Multimillionär und steht nicht für einen drastischen Wandel, welcher dem ANC wieder mehr Vertrauen seitens der Bevölkerung verschaffen könnte. Die Wahl des ANC-Vorsitzenden war mehrfach aufgrund interner Streitigkeiten und diverser Skandale verschoben worden.

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