Der afrikanische Kontinent als Freihandels-Territorium

Ruandas Präsident Kagame (Foto: ia)

In Kigali, der Hauptstadt von Rwanda trafen sich auf Initiative von Uganda 27 afrikanische Staatschefs, um einen Vertrag zu forcieren über die „African Continental Free Trade Area“ (CFTA). Zu bewerten ist dieser Schritt als eine wichtige Initiative zur Errichtung der CFTA mit 55 Mitgliedern der AU, die ein kumulatives BIP von US$ 2,5 Mrd. ausweisen.

Für die afrikanischen Länder ist dieses Agreement eine wichtige Basis für die nachhaltigen Entwicklungen in und über die verschiedenen Regionen hinaus.

Ist es zufällig, dass sich jetzt extrem dazu der von den USA unter Präsident Trump ausgelöste transatlantische Handelskonflikt das Freihandelssystem belastet? Die angekündigten amerikanischen Schutzzölle für Stahl- und Aluminiumlieferungen aus Europa und der Handelsstreit USA-China halten den Protektionismus aufrecht und tragen die Gefahr eines Handelskrieges in sich.

Hieraus müssen die EU und wir erkennen, dass diese neue Initiative zu CFTA mit einem stärkeren Engagement der europäischen und deutschen Wirtschaft zu begleiten ist. Die Situation auf dem afrikanischen Kontinent zeigt, dass die notwendigen Integrationsbemühungen zwischen den Ländern noch äußerst schwach sind, so dass auf Basis dieses verbindlichen Vertrages der CFTA auch verstärkt Initiativen für die eigenen Wirtschaftspotentiale entwickelt werden müssen.

Ein Kernstück ist die intensivere Diversifizierung des Fabrikationssektors für einen potentiellen Markt mit 1,2 Mrd. Menschen auf dem Kontinent.

Der Trade & Industry Commissioner der AU, Mr. Muchanga sagte, wenn wir bis 2022 das Zoll- und Spesensystem ausbauen, kann sich der Intra-Afrikahandel  erhöhen um 60 %, und zur Überwindung von Handelsbarrieren, wie Importquoten und Tarife führen.

Schließlich gibt der Pakt eine breite Plattform für Verhandlungen zu Handelsgeschäften  mit weltweiten Nationen. Der Handel zwischen den afrikanischen Ländern wird für 2016 auf nur 10 %  geschätzt.

Der Präsident von Nigeria, Muhamed Buhari erhob Einspruch zur Unterzeichnung des Plans von Kigali, weil man mehr Zeit brauche für Konsultationen unter den Staatsführern, d.h. 10 Länder, auch die SAR zeichnen erst mit Ratifizierung aller Partner.

Die AU präsentiert den Pakt der CFTA als Schlüssel für ihren langfristigen Entwicklungsplan “Agenda 2063“. Jedoch bleibt zu bezweifeln, ob die AU für die konzeptionelle und kontinuierliche Umsetzung ihren Einfluss auf ihre Mitgliedsländer ausübt.

Eine engere afrikanische Integration setzt vor allem ein intensiveres Engagement der Staatsführungen der Länder selbst voraus, auch unter Einbeziehung qualifizierter Fachexperten aus Wissenschaft und Wirtschaft. (Dipl.oec. Gerd Eckert)