Diplomatische Krise zwischen Tunesien und Algerien

riad-mDer tunesische Minister für lokale Angelegenheiten Riadh Mouakhar provozierte letzte Woche einen Eklat, indem er erklärte, sein Land solle sich von seinen arabischen Nachbarn distanzieren um sich näher an Europa auszurichten.

Während einer Reise nach Italien erklärte er: „Auf die Frage, wo Tunesien steht, ziehe ich es vor zu sagen, dass es im Süden von Italien und nicht bei Algerien und Libyen liegt. Algerien ist ein sozialistisches und kommunistisches Land und Libyen ein Land des Chaos“.

Diese Aussage rief von algerischer Seite heftige Reaktionen hervor, die Riadh Mouakher versucht, in einem Video auf seiner Facebook-Seite zu beantworten. Er erklärt, dass sie als Reaktion auf den Witz des italienischen Außenministers geschah, der vom Balkon seines Hauses aus sagte, er könne Tunesien sehen. „Ich habe diesen Witz kommentiert, um die Unwissenheit die die Vereinigten Staaten hinsichtlich der geographischen Lage Tunesiens in den 1990er Jahren hatten anzusprechen, sagt er. „ Und wenn ich sagte, Tunesien läge neben Libyen, antworteten sie, dass das Land unter der Diktatur von Muammar al-Gaddafi stünde, und das gleiche gälte für Algerien, es sei ein kommunistisches Land, und sie fragten sich, ob auch Tunesien kommunistisch sei“. Ihm zufolge lag es wohl an „der schnellen Übersetzung aus der italienischen Sprache, dass diese Worte aus dem Zusammenhang gerissen wurden.“

Riadh Mouakher äußerte seine Verwunderung darüber, zumal diese Aussage der starken brüderlichen Beziehung zwischen Tunesien und Algerien schade.

Auf der algerischen Seite erfolgten gleich bestürzte Reaktionen. Zunächst durch die Presse, wie Hadda Hazzam, Herausgeber der Zeitung Al-Fajr, der die tunesische Regierung aufgeforderte, gegen Riadh vorzugehen.

Die tunesiche Partei Ennahda bestätigte in einer Erklärung am Samstag, dass „die tiefen Beziehungen zwischen der Regierung und dem Volk von Tunesien und seinen Bruderländern Libyen und Algerien durch solche Aussagen, die nichts mit den Tatsachen zu tun haben, erchüttert werden, den „wir haben eine gemeinsame Geographie, gemeinsame Geschichte und Zukunft“. (afrik.com, Foto: facebook)