Ghana 2017: nach der Wahl vor hohen Erwartungen

ghanaMit der Wahl vom 7.Dezember 2916 setzte Ghana seinen demokratischen Entwicklungsweg fort und schaffte diesen friedlichen Machtwechsel. Der bisherige Oppositionsführer der NPP, Nana Akufo-Addo wurde als neuer Staatschef gewählt und am 7. Januar 2017 als Präsident der Republik Ghana vereidigt. Seine eindeutige Ankündigung für das Land: „Stabilising economy will be my mayor prirority!“, denn Ghana will den Wechsel! 

Die Hoffnung der Ghanaer, insbesondere der Jugend liegt im Wirtschaftswachstum und auf Jobs. Ghanas Image eines relativ wohlhabenden und stabilen Landes, als Hoffnungsträger auf dem afrikanischen Kontinent ist durch wirtschaftliche Rückschläge, durch Verschuldung in der vergangenen Periode in eine Krise gekommen.  

Das hatte die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit den materiellen Lebensverhältnissen und Arbeitslosigkeit hervorgerufen, und die Armut ist auch in Ghana noch nicht überwunden. 

Um die Erwartungen im Land für einen Umbruch in der Wirtschaft zu erfüllen, benötigt Ghana eine neue Ausrichtung auf stabile Strukturen, mit einer neuen Dynamik in der politischen Führung zur Stabilisierung der demokratischen Ordnung. 

Die von Präsident Akufo-Addo deklarierten zwei Schwerpunkte, der Industrialisierung und der Intensivierung – Modernisierung der Agrarwirtschaft, sind Grundlage für die starke Verbesserung des Wachstums, aus dem Tief von 3,9 % (2015) heraus, um Arbeitsplätze zu schaffen und die eigene Nahrungsmittelversorgung zu sichern. 

Die Lösungen liegen in der Investitionspolitik, gerichtet auf Infrastrukturen, auf industrielle und handwerkliche Kapazitäten, sowie Verarbeitung eigener Ressourcen, besonders von Agrarprodukten. 

Die gegenwärtige Wirtschaftsleistung, die mit ca. 85 % im informellen Sektor erbtracht wird, ist eine empfindliche Schwachstelle und muss überwunden werden. 

Die Herausforderungen, bezogen auf das neue Regierungsprogramm, umfassen einmal die Erhöhung des Geldvolumens, denn Fakt ist u.a., dass sich die großen Hoffnungen aus dem Ölgeschäft nicht erfüllt haben und auch zu keinem Jobmotor wurden. Zum anderen steht der Schuldenabbau des Staates, auch unter der vom Präsidenten gesetzten Prämisse der Steuersenkung. 

Im Mittelpunkt des Aufbruchs stehen private Investitionen zur Lösung konkret geplanter und realisierbarer Entwicklungsprojekte für die neue Legislaturperiode. Seitens der Regierung liegt eine hohe Verantwortung in der Organisation von starken Eigenleistungen und Innovationen im Lande, wofür die Zivilgesellschaft zu mobilisieren und einzubeziehen ist.

Der Jugend sollten Chancen geboten werden, um z.B. mit eigenen Lösungen übertragene Projekte zu realisieren und ihnen damit feste Arbeitsplätze zu bieten. 

Europa und Deutschland sind für Ghana potentielle Partner. Die für das Land notwendige Unterstützung muss im Rahmen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit intensiviert werden. Damit ist auch hier die deutsche Wirtschaft angesprochen, ihre Chancen zur weiteren Mitwirkung im Entwicklungsprogramm von Ghana neu zu prüfen und Maßnahmen anzubieten. 

In dieser Phase des Umbruchs steht Ghana vor seinem bedeutenden Jubiläum am 6. März, dem 60. Jahrestag der 1957 erlangten Unabhängigkeit. Der Nationalfeiertag der Republik Ghana ist Anreiz und Verpflichtung, diesem Jubiläum durch konstruktive Initiativen für das Land unseren Respekt zu erweisen. (Gerd Eckert, Dipl-oec., Foto: Kabil75)