Mobiler Geldtransfer senkt Armut in Kenia

Der wachsende Zugang zu mobilen Zahlungsmethoden ist für die Bevölkerung in Kenia ein Weg, der Armut zu entfliehen. Dieses Fazit ziehen die US-Ökonomen Tavneet Suri (Massachusetts Institute of Technology http://web.mit.edu) und William Jack (Georgetown University http://georgetown.edu) in ihrer Studie über finanzielle und soziale Auswirkungen des mobilen Geldtransfers in dem ostafrikanischen Land. Aktuelle Ergebnisse sind kürzlich im Wissenschaftsmagazin „Science“ http://sciencemag.org erschienen.

Mehr Geld im virtuellen Sparstrumpf
Die Untersuchung startete 2008 und ergab, dass die mobilen Services dazu beitrugen, dass Kenianer mehr Geld angespart haben und finanzielle Engpässe somit leichter abfedern können. Die Autoren der Studie sprechen von einem bemerkenswerten Langzeiteffekt der mobilen Zahlungssysteme zur Reduzierung der Armut, speziell bei Haushalten, in denen Frauen die Geldgeschäfte obliegen.  

Seit 2008 hätten auch dank dieser Zahlungsart 194.000 kenianische Haushalte die extreme Armut überwunden, welche sich an einem Tagessatz von unter 1,25 Dollar bemisst. Das sind immerhin zwei Prozent aller Haushalte. Ein weiteres Plus des stark verbreiteten Handy-Zahlungsverkehr: Vor allem Frauen schaffen sich damit neue Arbeitsplätze jenseits der Landwirtschaft und sind verstärkt im Handel tätig. Die Studie schätzt ihre Zahl auf 185.000. 

Mehr als 20 Mio. nutzen M-Pesa
Mithilfe des kenianischen Systems M-Pesa http://safaricom.co.ke/personal/m-pesa , das die Abwicklung von Geldtransfers und bargeldloses Zahlen via Smartphone ohne Bankkonto ermöglicht, versenden inzwischen über 20 Mio. kenianische Nutzer Telefonguthaben wie eine SMS. Auf dem Mobilfunkkonto angesparte Beträge lassen sich landesweit an Kiosken auszahlen. Oft geht es um kleine Summen unter einem Dollar. Nutzer nutzen ihre Handys, um Dinge des täglichen Lebens zu bezahlen und können die Zahlungsart vielfältig im Handel und für Dienstleistungen anwenden. (pte, Foto: Tavneet Suri et al., mit.edu)