Mosambik / Simbabwe: Vom Flüchtling zum Hoffnungsträger

weltfriedensdienstJulious Piti erzählt: Als ich vor dem Bürgerkrieg in Mosambik fliehen musste, konnte ich nichts als mein nacktes Leben retten. Auf der Flucht verlor ich Eltern und Geschwister. Aber meine Eltern hatten mir etwas Wichtiges mitgegeben: Auch unter schwierigsten Umständen den Mut nicht zu verlieren. Es gelang mir, in Simbabwe eine bescheidene Existenz als Kleinbauer aufzubauen und schon wenige Jahre später gründete ich eine Familie.

Bis meine Jüngste, Mercy, drei wurde, hatte unsere Gemeinde Chikukwa keinen Kindergarten. Und so beschloss ich, einen zu gründen. Ich wollte, dass unsere Kinder etwas lernen und so Perspektiven entwickeln können. Von diesem Moment an habe ich Verantwortung für andere übernommen.

Oft fragten mich Nachbarn, wie ich nach kurzer Zeit so ein erfolgreicher Bauer werden konnte. Mit CELUCT (Chikukwa Ecological Land Use Community Trust, Partner des Weltfriedensdienst e.V.) hatte ich viel über Landwirtschaft gelernt. Seit uns der Weltfriedensdienst unterstützt, kann ich meine Erfahrungen bei der Wiedernutzung von ausgelaugten Böden und der Speicherung von Wasser weitergeben.

Vor allem junge Menschen nehmen unsere Fortbildungsangebote wahr. So wächst eine Generation heran, die wieder von ihrem Land leben kann und möchte. Trotz Klimawandel und Trockenheit.

Inzwischen bin ich nach Chaseyama gezogen und auch diese Gemeinde profitiert von dem, was ich bei CELUCT gelernt habe. Täglich besuchen mich Bauern aus der näheren und weiteren Umgebung. Auf meinem Feld können sie alles über Kräuter, Baumschulen, Bienenhaltung und ökologischen Landbau lernen.

Besonders freue ich mich, wenn Kinder kommen. Sie können herumlaufen und sich umschauen, Früchte und Gemüse ernten und kosten. Mit ihren Lehrern pflanzen sie Setzlinge, sie lernen Bäume und Kräuter bestimmen. Manche von ihnen organisieren schon Saatgut-Messen wie die Erwachsenen. Oft geben sie den Anstoß dafür, dass zuhause mehr Bäume gepflanzt werden. Wenn wir Kinder früh erreichen und sie etwas lernen – über Ökologie, Klimawandel, die Wirkung von Kräutern, einheimische Bäume – dann werden sie auch an die Umwelt denken. Wir brauchen viel mehr solche Menschen. Deshalb in ich froh, dass meine Tochter Rachel  in meine Fußstapfen tritt. Sie will Lehrerin werden, um ihr Wissen auf Jüngere zu übertragen.

Ich wollte immer etwas schaffen, das der Umwelt und den Menschen nützt. Jetzt kann ich eine Entwicklung sehen und das macht mich glücklich! (Weltfriedensdienst)

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