Musiktipp: Gato Preto (Mosambik) startet mit Debüt-Album „Tempo“ ins neue Jahr

gatoVolle Kraft voraus! – Gato Preto startet mit Debütalbum „Tempo“, neuen Tour-Dates und TV-Feature ins neue Jahr. Freitagnacht erzählt das Global-Bass-Duo auf Arte Tracks wie Clubmusik im Jahr 2017 klingen sollte. Das Tracks-Special „Africa Futura“ ist in der Nacht von Freitag auf Samstag um 00:15 Uhr auf Arte zu sehen. HIER geht’s zu einem kleinen Vorgeschmack.

Gato Preto vereinen auf ihrem Debütalbum “Tempo” all das, was internationale Club-Kultur heute spannend macht. Lusophone Punchlines treffen auf die geballte Power des Global Pop und lokale Grooves aus den Ghettos. Produzent und Soundtüftler Lee Bass bringt rumorenden Township-House aus Südafrika mit rockigen Favela Funk aus Rio und Angolas technoiden electro-Hybrid Kuduro zur Global Bass-Kernschmelze. Eine Steilvorlage an die Frontfrau von Gato Preto, Femcee Gata Misteriosa und ihre Power-Punchlines auf portugiesisch. 

Gata Misteriosa ging als Teenager und Kind Mosambikanischer Eltern mit ihren Freunden in der Partyszene des Lissabonner Vororts Buraka zu Kuduro tanzen und saugte so die lusophonen Party-Trends aus Afrika auf, als sie die Diaspora das erste Mal durchliefen. Lee Bass ist ebenfalls früh mit den rollenden Grooves aus Afrika vertraut worden. Bei ihm war es Funk, Soul und Highlife aus der Plattenkiste seines Ghanaischen Vaters. Gata Misteriosa zog 2005 zum Studieren von Lissabon nach Düsseldorf und begann nebenbei das Rappen. Lee Bass hatte in der Zwischenzeit begonnen Breakbeat zu produzieren. Gleich bei ihrem ersten Aufeinandertreffen funkte es und die Beiden beschlossen in Sachen global Sounds gemeinsame Sache zu machen und gründeten Gato Preto. 

Seit gut fünf Jahren treiben Gato Preto ihrem Publikum nun schon die Schweißperlen auf die Stirn. Ganz egal ob im hippen Electro-Schuppen von Paris, beim Heimspiel im Düsseldorfer Zakk oder auf internationaler Bühne des „Nyege Nyege“-Festivals am Ursprung des Nils in Uganda. Wenn die bissige ‚Schwarze Katze‘, Gato Preto auf Deutsch, um die Ecke biegt, nimmt sie keine Gefangenen. Ausgerüstet mit digitalen Effekt-Geräten, Synthesizern und wahlweise unterstützt von afrikanischen Trommlern und Tänzern, halten Gato Preto ihr Publikum im Schach bis auch der Letzte kapiert hat, dass das Zusammenspiel von globaler Bassgewalt und progressiven Grooves aus den Metropolen der Welt, nicht zu bremsen ist. 

Gato Preto haben sich neben ihrer energiegeladenen Live-Show auch mit ihren ambitionierten Musikvideos viral ins Gedächtnis der Global Bass Community eingebrannt. Angeschlossen an eine digital vernetzte Diaspora und über die auf ihren Reisen geknüpften Kontakte in die kosmopolitische Mittelschicht Afrikas, verstehen sich Gato Preto als Sprachrohr und Übersetzer der neuen Trends vom Kontinent. Ästhetisch haben sich Gato Preto bei Steampunk-Streifen aus den 80ern bedient, sowie bei der Ideenwelt von P-Funk-Meister George Clinton und dem abgedrehten Dub-Preister Lee Scratch Perry. Die beiden Vordenker des Afrofuturismus stehen auch für das Konzept ihres Debüt-Albums „Tempo“ Pate. 

Gato Preto laden mit „Tempo“ zur imaginären Zeitreise in die Vergangenheit. Ihr Album lässt sich so auch als 12-teiliges Sound-Adventure hören, auf dem Produzent Lee Bass und Femcee Gata Misteriosa als Time-Traveler zur Spurensuche nach den eigenen kulturellen Wurzeln aufbrechen. Los geht es mit „A Luta Continua“, dem Intro des Albums, in dem der Aufruf von Freiheitskämpfer Samora Machel zum Widerstand gegen die Kolonialherren in „Mocambique“ zitiert wird. „Dia D“ ist eine Hommage an den globalen Erfolgszug Afrikanischer Popmusik. Als Single-Auskopplung mit Remixen ist „Dia D“ bereits zur global Dancefloor-Hymne avanciert. „Policia“ ist eine Kollaboration mit dem Ghanaischen Rapper Delasi, die sich gegen weltweite Polizeigewalt ausspricht. Der Song lässt sich problemlos auch als Afro-päischer Schulterschluss zur #BlackLives Matter-Bewegung in den USA hören. „Barulho“ ist zusammen mit ihrem Global Bass Mitstreiter Edu K aus Brasilien entstanden und versammelt Einflüsse aus Favela Funk, Punk und Kuduro. Im Song „Pirao“ spüren Gato Preto lang vergessenen Traditionen der Heil- und Kochkunst in Afrika nach und interpretieren diese neu. 

Letztendlich gelingt es Gata Misteriosa und Lee Bass sich, über die Zeitreise ihres Debütalbums „Tempo“, mit den gekappten Roots in Afrika neu zu verwurzeln. Gato Preto kehren als aufgeschlossener afro-europäischer Electro-Act aus der Vergangenheit zurück, um die Trends am Himmel des Global Pop vorherzusagen. 

Gato Pretos Musikvideos HIER.