Neue Publikation: „No Humboldt 21! Dekoloniale Einwände gegen das Humboldt-Forum“

Die Grundsatzkritik der seit 2013 laufenden Kampagne „No Humboldt 21!“ am Humboldt Forum im Berliner Schloss erreicht ein immer breiteres Publikum. Seit der Grundsteinlegung fordert diese ein Moratorium und eine kritische Debatte über die koloniale Vergangenheit des Ortes, der ethnologischen Sammlung wie auch der dahinterstehenden Wissenschaft. Bis in das Jahr 2017 ist der von der Kampagne „No Humboldt 21!“ geforderte Baustopp nicht vollzogen worden. Nun soll mit diesem Buch auch der Protest gegen das revisionistische Prestigeprojekt mit in Berlins Mitte ziehen.

Die Publikation vereint  Texte, Interviews, Kollagen und Bilder, die im Rahmen der von AfricAvenir mitgetragenen Kampagne entstanden sind und nun erstmalig in deutscher Sprache vorliegen. Hier finden ältere und neuere Beiträge zusammen und bilden ein Panorama des ausdauernden Intervenierens. Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen kommentieren das Museum und seine Sammlungen, stellen Forderungen nach Rückgabe und entwerfen Visionen für einen gleichberechtigten Dialog, der dem kolonialen Erbe des Berliner Schlosses und der ethnologischen Sammlungen Rechenschaft trägt. Dabei lässt sich erkennen, dass die ‚kritischen Einsichten‘ nicht so sehr von den beteiligten Institutiones selbst geboren wurden, sondern durch die anhaltenden Proteste von Aktivist*innen mit migrantisch-diasporischen Perspektiven und aus der kritischen Kultur- und Bildungsarbeit Eingang in die Debatte gefunden haben.

Mit Beiträgen von Kwame Opoku, Ciraj Rassool, Kien Nghi Ha, Pascale Obolo, Kokou Azamede, Edward Matenga, Aminata Traoré, Idrissou Njoya, Lilia Youssefi, Mboro Mnyaka Sururu, Christian Kopp und Arbeiten von Artefakte//anti-humboldt und AFROTAK TV cyberNomads.

Mit Kollagen von Stefan Endewardt und Hanna Prenzel und Bilder der Photographers in Solidarity, Layout von Dora Ferenczy. (africavenir)

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