Neuer Bericht des UN-Generalsekretärs „Making Migration work for all“ unterstreicht wirtschaftliche Vorteile von Migration 

UN-Generalsekretär GUTERRES: Der Umgang mit Migration ist eine der dringlichsten Herausforderungen für die internationale Kooperation in unserer Zeit. „Migration ist eine stetig wachsende globale Realität“ stellt UN-Generalsekretär António Guterres in seinem heute veröffentlichten Bericht fest. „Die Zeit, in der wir über die Notwendigkeit von Kooperation in diesem Gebiet sprechen, ist vorüber“, denn „dieser Realität ins Auge zu blicken und mit ihr umzugehen hat oberste Priorität.“

Der Bericht, „Making Migration Work for All“, wurde am 11. Januar der UN-Generalversammlung übergeben, und stellt den Beitrag des UN-Generalsekretärs zum Entwicklungsprozess im Rahmen des Globalen Pakts für sichere, geordnete und reguläre Migration dar. Der Bericht beschreibt die Vision des Generalsekretärs für eine konstruktive internationale Kooperation auf dem Weg hin zu einer Migration, die für alle wirklich funktioniert: Für die Migranten selbst, die aufnehmenden Gemeinschaften und die Herkunftsländer.

Wie der Generalsekretär unterstreicht, „ist Migration ein Motor für Wirtschaftswachstum, Innovationen und nachhaltige Entwicklung.“ Der Report unterstreicht die eindeutige Beweislage, derzufolge trotz bestehender Herausforderungen sowohl die Migranten als auch die Gastländer auf wirtschaftlicher und sozialer Ebene von Migration profitieren.

Der Globale Pakt bietet Ländern die Möglichkeit, diese Chancen auszuschöpfen und besser auf die Herausforderungen von Migration zu reagieren.

Der Bericht geht von etwa 258 Millionen Migranten weltweit aus, was einem Anteil von 3,4% der Weltbevölkerung entspricht, Tendenz steigend. Während der Großteil der Migration sicher, ordentlich und regulär zwischen Ländern stattfindet, ist eine bedeutende Minderheit  der Migranten lebensbedrohlichen Umständen ausgesetzt. Der Report stellt fest, dass etwa sechs Millionen Migranten zu Zwangsarbeit gezwungen werden und dass jüngste Massenbewegungen von Migranten und Flüchtlingen aus den Regionen um den Sahel und in Südostasien große humanitäre Krisen ausgelöst haben. Der Bericht fordert daher, dass der Globale Pakt diesen Entwicklungen mit einer speziellen Strategie entgegentritt.

In dem Bericht werden außerdem die wirtschaftlichen Vorteile von Migration unterstrichen. Migranten geben 85% ihrer Einnahmen in ihren Gastländern aus und schicken die verbleibenden 15% zurück in ihre Heimatländer. Allein 2017 schickten Migranten etwa 600 Milliarden Dollar in ihre Heimatstaaten, was die Summe der internationalen Entwicklungshilfe um ein Dreifaches übertrifft.

Frauen, die 48% der Gesamtheit aller Migranten ausmachen, schicken durchschnittlich einen höheren Anteil ihres Geldes zurück als Männer. Dennoch sehen sie sich restriktiveren Arbeitsbedingungen ausgesetzt und haben mit enormer Chancenungleichheit zu kämpfen, wodurch sowohl ihr Einkommen als auch die Möglichkeiten sozialer Teilhabe gravierend eingeschränkt werden. Eines der zentralen Anliegen des Globalen Pakts ist es daher, dass Staaten „Geschlechtergleichheit und die Unterstützung von Frauen und Mädchen“ vorantreiben.

Der Generalsekretär fordert die Regierungen der Mitgliedstaaten auf, gemeinsam für ein globales, effektives und menschliches Migrationssystem zu arbeiten, welches nationale Souveränität verstärkt, anstatt sie zu verletzen. Wenn Regierungen mehr legale Wege zur Migration ermöglichen würden, die auf realistischen Einschätzungen der Arbeitsmarktbedürfnisse basieren, würden sowohl illegale Grenzüberschreitungen als auch illegale Arbeit und Missbrauch gegenüber irregulären Migranten zurückgehen.

Der Generalsekretär ist überzeugt, dass eine neue Herangehensweise für Migration notwendig ist: “Es ist nun an der Zeit alle Teile des UN-Systems mit Beteiligung der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zusammenzuführen, um gemeinsam die Mitgliedsstaaten in ihren Bemühungen bezüglich Migration zu unterstützen.“
Der Generalsekretär verspricht im Rahmen des UN-Systems neue Wege zur Unterstützung der Mitgliedsstaaten zu finden, damit diese auf der Basis des Globalen Pakts Migration besser organisieren können. (UNRIC)