Nivea: Erneuter Rassismus-Eklat mit Hautaufheller – Werbekampagne in Afrika schlägt hohe Wellen Plakat

Plakat „Für sichtbar hellere Haut“ (Foto: Jennifer K. Akuamoah, twitter.com)

Die Haupflegemarke Nivea der Hamburger Beiersdorf AG sieht sich unter anderem wegen ihres jüngsten Kurzwerbeclips zur Bodylotion „Natural Fairness“ in Westafrika erneut einer Rassismus-Debatte ausgesetzt. Die in Afrika auch mit Plakaten in Ghana und Nigeria breit gelaunchte Kampagne mit dem Hautaufheller zielt vor allem auf Menschen, die mit hellerer Haut einem dort vorherrschenden Schönheitsideal folgen.

„Verinnerlichter Rassismus“
In dem nur 33 Sekunden dauernden Film ist eine dunkelhäutige Frau zu sehen, die sich von der Nutzung der Bodylotion einen helleren Teint erwartet und diesen durch kontinuierliche Anwendung auch erhält. Den Abschluss bildet eine Szene, in der die Darstellerin ihre Tochter am Nachmittag von der Schule abholt. Ein Außenstehender hält sie jedoch fälschlicherweise für die ältere Schwester. „Jetzt habe ich sichtbar hellere Haut, wodurch ich mich jünger fühle“, so die Aussage der Frau zum Schluss.

Viele Menschen zeigen sich vor allem in den sozialen Medien empört über die Darstellung der vermeintlichen Vorteile hellerer Haut. Unter dem Hashtag #pullitdownnow werden immer häufige Aufrufe an das Unternehmen zur Beendigung der Kampagne laut. Auch wird bereits gar zum Boykott der Marke Nivea aufgerufen. „Nivea versucht, einen Vorteil aus einem verinnerlichten Rassismus zu ziehen“, echauffiert sich Twitter-User „Pajaritoliberado“.

Konzern sieht kein Problem
Die Beiersdorf AG versteht die Aufregung nicht und hat die Kritik der User zurückgewiesen. Man wolle sowohl mit den Plakaten als auch dem Clip nicht die Vorlieben oder Bedürfnisse der Menschen für bestimmte Pflegeprodukte diffamieren oder gar glorifizieren. In der Folge soll laut dem Konzern keine bestimmte Hautfarbe als besser oder schlechter dargestellt werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass Nivea mit seiner Produktwerbung Rassismus vorgeworfen wird. Mit der Werbebotschaft „White is purity“ („Weiß ist Reinheit“) hatte die Marke erst im April dieses Jahres bei vielen US-Kunden für Empörung gesorgt. Die Anfeindungen damals wurden mit der Zeit sogar so heftig, dass das Unternehmen die Werbekampagne kurzerhand wieder aus dem Verkehr zog. (pte)