Rassismus: Online-Shop preist „neger-braunes“ Handtuch an

Das Unternehmen Luchuan Bridal Shop http://amazn.to/2tItaLv sorgt mit seiner Beschreibung eines Handtuchs auf Amazon als „nigger-brown“ für öffentliches Entsetzen. Erhältlich ist das Produkt demnach in grau, braun sowie „neger-braun“. Die Reviews zur Ware zeigen die Verärgerung der Konsumenten. Obwohl bereits viele von ihnen Amazon geschrieben haben, schweigt der Online-Versandhändler bislang zu den Vorwürfen.

Übertretung der Grundregeln

„Die Grundregeln der kommerziellen Kommunikation wurden hier eindeutig übertreten. In Deutschland gibt es für solche Fälle den Deutschen Werberat, der Herabwürdigung und Diskriminierung anmahnt und Beschwerdeverfahren einleitet“, erklärt Werbepsychologe Andreas Krautz http://wirksamwerben.com im pressetext-Interview. Unternehmen und Agenturen würden kaum noch die Aufmerksamkeit der Kunden erreichen und greifen sehr gern auf sogenannte Abweichungsprinzipien zurück. „Abweichung von der Norm – getreu dem Motto ‚Auffallen um jeden Preis‘, mit dem Ergebnis, dass die Kampagne schnell die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet“, schildert Krautz.

Laut dem Experten ist das Motiv des Amazon-Händlers nicht in der Suchmaschinenoptimierung begründet. Vielmehr sollte mit dem Produkttitel provoziert und Aufmerksamkeit geschaffen werden. Wer denkt, dass nur die kleinen eBay- oder Amazon-Händler sich entwürdigende und diskriminierende Fehltritte leisten, müsse laut Krautz nur „Atze Schröder und Geflügelproduzenten Wiesenhof “ googeln.

User-Community entrüstet

Laut Nachrichtenportal „FOX13“ lassen sich zum verantwortlichen Unternehmen keine Kontaktinformationen ermitteln. FOX13 zufolge ist der Luchuan Bridal Shop höchstwahrscheinlich in China ansässig. Dennoch kann keine Telefonnummer ausfindig gemacht werden. Als Reaktion auf die Berichterstattung hat das Unternehmen seine Beschreibung in „braun“ abgeändert. Zudem ist der Status des Produkts von „verfügbar“ auf „nicht verfügbar“ geändert worden.

In den Reviews schildert ein User die Produktbeschreibung als „sehr verletzend“ und empfindet es als „beschämend“, dass Amazon derartige Obszönitäten auf seiner Webseite duldet. Ein anderer User ist schockiert darüber, dass kein Verantwortlicher bei Amazon Auskunft darüber geben kann, wie eine solche Beschreibung auf die Webseite gelangt ist oder wann diese entfernt wird. Andere User drohen sogar mit der Kündigung ihrer „Prime“-Mitgliedschaft. Die Community hat zudem angekündigt, die Non-Profit-Organisation Better Business Bureau http://bbb.org über die Vorkommnisse zu informieren. (pte)