Schwarzafrika: Migranten-Gelder reduzieren Armut – Überweisungen in die Heimat und gutes Bankwesen bewirken viel

Akobeng„Geld aus dem Ausland nach Hause zu schicken, ist eine unterschätzte Kraft, um den Kreislauf von Armut und Ungleichheit in Subsahara-Afrika zu durchbrechen“, meint Eric Akobeng, Volkswirt an der University of Leicester http://le.ac.uk . Einer Studie des Doktoranden zufolge können solche internationalen Geldtransfers den Wohlstand in Schwarzafrika deutlich mehren. Laufen die Überweisungen über ein funktionierendes Finanzwesen, wird der Effekt demnach noch verstärkt. Migranten-Gelder könnten Entwicklungshilfe in den Schatten stellen, so die Universität.

 

Wohlstand durch Überweisungen

Migranten aus den südlichen Teilen Afrikas schicken oft einen Teil ihres Einkommens an Familienangehörige. Das ist ein nicht zu unterschätzender volkswirtschaftlicher Faktor. „Überweisungen sind eine tolle Art, um Wohlstand zwischen Subsahara-Afrika und anderen Ländern zu teilen“, erklärt der aus Ghana stammende Akobeng. Seine Studie anhand von Daten aus 41 Ländern und 30 Jahren zeigt, welch beachtliche Auswirkungen solche Geldtransfers auf den Wohlstand armer Länder haben können.

 

Die Ergebnisse legen nahe, dass ein Anstieg des Anteils derartiger Transfers am BIP um zehn Prozent dazu führt, dass die Zahl der Menschen, die mit 1,25 Dollar oder weniger pro Tag auskommen müssen, um 1,2 Prozent fällt. Die Zahl der in extremer Armut Lebenden sänke demnach sogar um 3,1 Prozent, die Ungleichheit um 1,5 Prozent. „Ein effektives Finanzwesen stellt fruchtbaren Boden für den Empfang und die Nutzung von Überweisungen, was zu mehr Output und Wohlfahrtsverbesserung führt“, betont der Volkswirt. Unter anderem begünstigt der Empfang von Überweisungen über echte Banken, dass die Empfänger einen Teil ansparen.

 

Wichtiger Volkswirtschafts-Faktor

Überweisungen in die Heimat durch Migranten, die in reicheren Ländern leben, erscheinen somit als wichtige und unterschätzte Geldquelle. „In Zukunft dürfen sich Entscheidungsträger in Subsahara-Afrika nicht nur auf Entwicklungshilfe und ausländische Direktinvestitionen verlassen, sondern müssen Geldanweisungen als armutsminderndes und einkommensausgleichendes Werkzeug betrachten, wenn sie Strategien zur Armutsbekämpfung entwickeln“, fordert Akobeng abschließend. (pte, Foto: Akobeng)