Speziell für Afrika entwickelt: Simulations-Tool sagt Flüchtlingsrouten vorher

 

Forscher der Brunel University London http://brunel.ac.uk haben ein Simulations-Tool entwickelt, das Flüchtlingsrouten präzise prognostiziert. Die Vorhersage erfolgt mit einer Trefferquote von bis zu 75 Prozent. Das Programm soll sowohl Regierungen als auch NGOs dabei helfen, humanitäre Ressourcen besser vor Ort bereitzustellen. Zur Entwicklung des Tools wurden geografische, personenbezogene sowie politische Daten herangezogen.

Für afrikanische Länder
Die Software ist vor allem für afrikanische Länder entwickelt worden. Auslöser waren die Burundi-Krise im Jahr 2015, die Krise der Zentralafrikanischen Republik im Jahr 2013 sowie der Konflikt in Nordmali im Jahr 2012. Bei Versuchen hat das Tool die Flüchtlingsrouten in den ersten zwölf Tagen mit einer Genauigkeit von 75 Prozent vorhergesagt. Die Forscher haben sich bei ihrer Arbeit auf offene Datenquellen gestützt.

Miteinbezogen wurden Daten zur Flüchtlingsregistrierung des United Nations High Commissioner for Refugees http://unhcr.org , Daten zu kriegerischen Auseinandersetzungen des Armed Conflict Location and Event Data Projects https://acleddata.com sowie geografische Daten von Microsoft Bing Maps. Obwohl nicht alle Flüchtlingsbewegungen zur Gänze korrekt prognostiziert werden konnten, war es möglich, die Hauptziele in jedem der drei Konflikte verlässlich zu bestimmen. Die Forscher sind sich sicher, dass sich dieses Tool adaptieren und für andere politische Auseinandersetzungen nutzen lässt.

Programm „Flee“ genutzt

Für ihren Ansatz haben die Forscher das agentenbasierte Modellierungsprogramm „Flee“ genutzt, welches zeitgleich mit dem Paper veröffentlicht wurde. Diese Software wird dazu eingesetzt, Bevölkerungsbewegungen – so auch Migrationsbewegungen – zu analysieren. In Bezug auf Burundi konnte beispielsweise die größten Einwanderungsströme nach Nyarugusu, Mahama und Nakivale in der ersten Phase des Konflikts präzise vorherbestimmt werden. (pte, Foto: brunel.ac.uk)