Tausende fliehen von Mosambik nach Malawi – Ärzte ohne Grenzen fordert neues Lager

Wegen des neu aufgeflammten Konflikts zwischen der Regierung von Mosambik und der Oppositionsgruppe Renamo fliehen zunehmend Menschen ins Nachbarland Malawi. Fast 3.000 Menschen aus Mosambik sind in das Dorf Kapise im Nachbarland Malawi geflohen. Die Lebensbedingungen im dortigen Lager sind unzumutbar.

 

In der vergangenen Woche sind im überfüllten Lager bei dem Dorf Kapise direkt an der Grenze deutlich mehr Menschen angekommen. Mittlerweile leben dort mehr als 5.800 Menschen aus der Provinz Tete in Mosambik unter völlig ungenügenden Bedingungen, die die humanitären Mindeststandards bei weitem verfehlen. In Kapise leben 150 Familien, mehr als 1.000 Familien aus Mosambik leben nun ebenfalls dort.

 

Den Flüchtlingen stehen nur 14 Latrinen zur Verfügung, mindestens 225 wären nötig. Pro Person und Tag gibt es nur acht Liter Wasser, mindestens 15 Liter sind als absoluter Mindeststandard in Notfällen vorgesehen. Es besteht die Gefahr von Epidemien. Ärzte ohne Grenzen fordert die verantwortlichen Behörden und Organisationen dazu auf, die Menschen an einen Ort zu bringen, an dem sie ausreichend versorgt werden können.

 

Ärzte ohne Grenzen betreibt Kliniken in dem Lager, verteilt Hilfsgüter und hat zwei Trinkwasser-Bohrlöcher in Betrieb genommen und die Wasserverteilung verbessert. Dennoch kann die Versorgung der Flüchtlinge an diesem Ort nicht ausreichend gewährleistet werden. (MSF, Foto: Bote Zamadenga/MSF)