Tumoroperation in Madagaskar: ein glücklicheres Leben für Sambany – dank Mercyships

19 von seinen 60 Jahren hat Sambany mit einem am Hals langsam wachsenden Tumor leben müssen. Der Tumor war mittlerweile gewaltig groß und eine enorme Last für den Mann aus Madagaskar. Sambany konnte nicht glauben, dass er jemals von dieser Last befreit werden würde. „Seit einem Jahr warte ich auf den Tod und frage Gott, `Wann wirst du mich zu dir nehmen? ‘. Ich konnte körperlich nichts mehr tun. Jeden Tag hoffte ich darauf, zu sterben.“

Ende letzten Jahres begegnete er einem Freund, der ihm erzählte, „In Tamatave liegt ein Schiff von Mercy Ships. Du kannst dahin gehen und dich untersuchen lassen.“ Das Hospitalschiff der Hilfsorganisation liegt seit November letzten Jahres in der Hafenstadt, um dort medizinische Hilfe zu leisten. Zusammen mit seinem Enkel Flavy machte sich Sambany auf den langen und beschwerlichen Weg in die Hafenstadt, um diese letzte Chance auf Hilfe zu ergreifen. Sie waren drei Tage zu Fuß unterwegs, bis sie schließlich auf eine geteerte Straße stießen. Nach einer kurzen Rast konnten sie den Rest des Weges in einer vierstündigen Autofahrt zurücklegen. Trotz aller Anstrengungen, war Sambany sich nicht sicher, was ihn erwarten würde.

Als er am 21. Januar 2015 zur Africa Mercy kam, nahm das Untersuchungspersonal ihn schnell mit an Bord des Hospitalschiffes, um einem Bildschnitt seines Kopfes und des Tumors mit dem schiffseigenen CT Scanner zu machen. Die Mitarbeiter von Mercy Ships waren über die enorme Größe des Tumors sehr erstaunt. An den darauffolgenden Tagen, besprach das Ärzteteam Sambanys Testergebnisse und prüfte seinen Gesundheitszustand. Es war lange nicht klar, ob Sambany aufgrund seines Befindens operiert werden könnte. Nach vielen Überlegungen fassten das Ärzteteam und Sambany einen mutigen Entschluss. Trotz der bekannten Risiken wollten sie Sambany operieren.

Ob Sambany aufgeregt war am Tag vor dem Eingriff? Keineswegs, er sagte „ Ich bin einfach nur glücklich. Ich weiß, dass ich ohne eine Operation sterben werde. Ich bin mir bewusst, dass ich auch während des Eingriffs sterben könnte, aber ich fühle mich innerlich bereits wie tot, da ich viel Ablehnung und Ausgrenzung in den letzten Jahren erfahren habe.“ Während der Operation verlor Sambany viel Blut. Die Hilfsorganisation kann dabei auf eine einzigartige Blutbank zurückgreifen – ihre Mitarbeiter. Nun fließt das Blut von 17 Menschen durch die Venen des Madegassen. Doch die Zahl derer, die direkt und indirekt an Sambanys Rettung beteiligt waren, ist sehr viel höher. Dazu zählen nicht nur das medizinische Personal im Operationssaal, sondern auch alle ehrenamtlichen Mitarbeiter.

Nach einer zwölf stündigen Operation war der 7,46 kg schwere Tumor entfernt. Der leitende Chefarzt der Africa Mercy und erfahrene Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurg, Dr. Gary Parker, führte den schwierigen Eingriff durch. Als er nach der Operation erwachte, erklärt Sambany erleichtert „Ich so froh bin, dass mir geholfen wurde. Ich weiß, dass ich meine Rettung Gott und Mercy Ships verdanke.“ Er wird noch für einige Monate für seine Genesung auf dem Schiff bleiben. Als Sambany sich das erste Mal im Spiegel ohne seinen Tumor sah, sagte er „Mir gefällt das. Ich fühle mich frei und bin überglücklich, denn ich habe ein neues Gesicht bekommen!“

Mit dem Einsatz des größten, privaten Hospitalschiffes der Welt, der Africa Mercy, leistet Mercy Ships in einigen der ärmsten Länder der Welt medizinische Hilfe. Ehrenamtlich tätiges medizinisches Fachpersonal führt an Bord unentgeltlich dringend benötigte chirurgische Eingriffe sowie Behandlungen in verschiedenen medizinischen Spezialbereichen durch. Ärzte und Pflegepersonal fördern die Gesundheit und das Wohlergehen derjenigen, die keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben, oder die sich einen Artzbesuch schlichtweg nicht leisten können. Die Hilfe steht jedem offen, unabhängig von Geschlecht, Rasse oder Religionszugehörigkeit. Daneben werden Fortbildungsangebote für einheimische medizinische Fachkräfte bereitgestellt, um die Infrastruktur der Gesundheitssysteme in den Einsatzländern zu verbessern. So kann auch lange nach der Abreise des Hospitalschiffes qualifizierte ärztliche Hilfe für Bedürftige weiterhin angeboten werden. (mercyships, Foto: Josh Callow)
Mehr Infos hier: www.mercyships.de