US-Supermarkt zwingt Muslime zur „Anpassung“

muslims-usaWer sich nicht „US-konform“ kleidet oder nicht Englisch redet, soll gehen
Die US-Supermarktkette Woodman’s hat mit einem muslimfeindlichen Aushang in einer ihrer Filialen landesweit für massive Empörung und Unverständnis gesorgt. „Dress, speak, conform to USA standards, or don’t come to the USA. Or get out“ war zu lesen auf der an der Ladentür angebrachten Botschaft. Wer sich nicht USA-konform kleide oder nicht Englisch rede, sei nicht erwünscht und solle daher das Land verlassen, heißt es darauf frei übersetzt. 

Suche nach dem Urheber
Das Management des 1919 gegründeten Unternehmens, das vor allem in den beiden US-Bundesstaaten Wisconsin und Illinois aktiv ist, zeigt sich von dem erst durch einen Bericht des Nachrichtensenders „FOX6 News“ bekannt gewordenen Vorfall schockiert. Das mit „The people“ unterzeichnete Pamphlet wurde unmittelbar danach entfernt. Laut den Verantwortlichen bei Woodman’s wurde eine interne Untersuchung eingeleitet, ob ein Mitarbeiter und wenn ja, welcher, dafür verantwortlich ist.

Die Öffentlichkeit jedenfalls bezieht deutlich Stellung gegen das Transparent: „Ich denke, dass ist beleidigend – vor allem hier in Oak Creek, nachdem, was alles rund um den Sikh-Tempel passiert ist“, lässt sich ein Kunde zitieren. Zum Hintergrund: Anfang August dieses Jahres hatte ein Mann hat einen Tempel der Religionsgruppe Sikh angegriffen und sechs Menschen erschossen. Ein Polizist tötete den Täter damals offenbar während eines Schusswechsels.

Keine Einzelfälle in den USA
Offensichtlich rassistisch motivierte Vorfälle wie der jüngste Aushang bei Woodman’s sind in den USA jedoch keine Einzelfälle. So hatte beispielsweise der Waffenhändler Andrew Hallinan aus Florida im September seinen Shop zur „Moslem-freien Zone“ erklärt. Alle Kunden, die bei ihrem Einkauf den Coupon-Code „Moslem“ sagten, erhielten ihr neues Schießgerät um 25 Dollar günstiger. Gegen den Geschäftsmann wird inzwischen wegen „diskriminierender Geschäftspraktiken“ ermittelt.

Auch hatte pressetext Anfang November über einen Kiosk-Betreiber im US-Bundestaat Colorado berichtet (siehe: http://pte.com/news/20151105017 ), der nach Protesten ein islamfeindliches T-Shirt aus dem Sortiment nehmen musste. Das Kleidungsstück zeigte die Freiheitsstatue eingehüllt in eine schwarze Burka, mit einem Koran in der Hand, einem Halbmond über der Fackel und den Schriftzug „Don’t let this happen America“. Der Vorwurf: Der Einzelhändler habe beim Verkauf religiöser oder politischer Waren gegen geltende Vorschriften verstoßen. (pte, Foto: fox6now.com)