Ärzte ohne Grenzen warnt vor Eskalation der Gewalt in Zentrum Malis

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen ist ernsthaft besorgt über die Entwicklungen im Zentrum von Mali. Die Region Mopti, die im Norden an die Region Timbuktu und im Süden an das Nachbarland Burkina Faso grenzt, hat sich in den vergangenen drei Jahren zur lebensgefährlichsten des Landes entwickelt. Vor allem Angehörige der Fulbe- und Dogon-Volksgruppen sind Opfer von Zerstörungen, Plünderungen und Mord. Nicht nur die Zahl, auch die Schwere der gewalttätigen Zwischenfälle hat zugenommen.

Im Zentrum Malis kämpfen sowohl bewaffnete Gruppen als auch nationale und internationale Sicherheitskräfte. Ein Klima der Gewalt bestimmt das tägliche Leben der Bewohner*innen. Im Oktober 2020 gab es offiziellen Angaben zufolge mehr als 130.000 Geflüchtete innerhalb Moptis. „Die Menschen, die vor Gewalt geflohen sind, kommen entweder in Schulen unter oder werden von anderen Familien aufgenommen. Andere leben auf Feldern, in Höhlen oder müssen sogar unter freiem Himmel schlafen“, berichtet Ibrahim M. von Ärzte ohne Grenzen in Mali.

Ärzte ohne Grenzen bietet unter anderem in zwei Krankenhäusern medizinische und psychosoziale Notfallversorgung an. Die Patient*innen kommen mit Schuss- und Explosionsverletzungen, wurden gefoltert oder vergewaltigt, haben oft ernsthafte physische und mentale Traumata. Auch breitet sich Malaria aus, da der Zugang zum Gesundheitssystem durch die Gewalt stark eingeschränkt ist. Von Juni bis Oktober 2020 hat die Hilfsorganisation allein in Douentza, Koro, Bandiagara und Bankass 82 Angriffe auf Dörfer mit 222 getöteten Zivilisten registriert. (Ärzte ohne Grenzen, Text + Foto)