Afrika/Dipl.oec Gerd Eckert: Für neue Initiativen im Programm von “Compact with Africa”

Afrika/Dipl.oec Gerd Eckert: Für neue Initiativen im Programm von “Compact with Africa”

Zu der im Ergebnis des G20 Investment Gipfels gebildeten Initiative „Compact with Africa“ findet unter Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Merkel am l9.November 2019 in Berlin das 2. Forum mit den 12 afrikanischen Staaten und internationalen Organisationen statt. Ich sehe darin das Ziel, den beiderseitigen Verpflichtungen entsprechend, die Transaktionen in den Entwicklungsprozessen der afrikanischen Länder mit neuen konkreten Projektkonzepten zu untersetzen.

Unsere deutschen Wirtschaftsakteure sollten mit stärkerem Engagement die Chancen für Entwicklungsinvestitionen nutzen mit praktikablen Lösungen in verschiedenen Wirtschaftsbereichen, und zur Sicherung der Marktposition. Damit sehen wir den Absichten und Erwartungen der afrikanischen Partner entgegen, die sie an die deutsche Wirtschaft vortragen, insbesonders ihre eigenen Projektvorschläge für eine langfristige Kooperationslinie mit deutschen Partnern.   

Die Zielsetzungen für das Forum sind vor allem unter dem Aspekt zu sehen, dass doch der Kontinent in einer umfangreichen internationalen Interessenslage bleibt. Der lange Arm der globalen Kräfte, die Globalplayer und Politeliten der Industriemächte streift über den Kontinent. Sie sind  mit ihren Kapitalkonditionen im afrikanischen Ressourcenmarkt willkommene Partner. Hauptakteure aus Asien sind China auf der neuen Seidemstraße, Indien – langfristig auf dem Kontinent im angepassten Entwicklungsniveau mit dem Automobilgeschäft, ebenso Südkorea und Brasilien. Neue Initiativen kommen von Japan und vor allem von Russland.

In Sotchi hat Präsident Putin am 23.10.19 das 1.Russia-Africa Summit and Economic Forum eröffnet, verbunden mit der Session Russian Geological Exploration in Africa. Bedeutsam für deutsche Positionen auf dem Kontinent!

Europas Aufholjagd in Afrika erfordert eine neue Konzeption der EU, für die besonders Deutschland und Frankereich Aktivitäten zeigen müssen.

Anlässlich des CwA-Forums hoffe ich, dass unsere deutschen Unternehmen in ihren Business-Talks neue Bindungen im Business finden mit den Partnern der Reformländer für deren strategische Entwicklungsprojekte.  

Ich möchte beitragen mit Vorschlägen zu Investitionen in  einigen Projektbereichen, denen unsere Firmen und die Experten der afrikanischen Delegationen folgen mögen.

  1. Chancen für den  deutschen Maschinenbau

1a:  Es bieten sich speziell für den leistungsstarken Zweig im Bahnbau(Eisenbahntrassen, Fahrzeuge und Technologien ) interessante Möglichkeiten, denn eine der  großen infrastrukturellen Herausforderungen für den afrikanischen Kontinent ist der weitere Ausbau eines  notwendigen integrierten Bahnsystems der 54 Länder.

Den Unternehmen Siemens wie VW  folgend, hat kürzlich Thyssenkrupp seine Absicht bekundet, in Ghana die Modernisierung des Industriesektors zu unterstützen. So spreche ich die Bahnindustrie-Unternehmen an, sich offensiv in die Bahnentwicklungsprogramme der afrikanischen Länder einzubringen, d.h. mit den Regierungsstellen und lokalen Unternehmen Entwicklungskonzepte zu beraten, ausgerichtet vorerst auf die westafrikanische Region. Oder überlassen wir diese starke Sparte weiterhin China und Russland??

1b: Für den Bereich Bergbau-Ausrüstungen sollten Interessen in Afrika intensiver geprüft werden. Für Afrika, dem Kontinent der Rohstoffe, steht die Herausforderung, ihren Reichtum, die gewonnenen Ressourcen in weit höherem Maße selbst zu verarbeiten.  Hier gilt es, einzusteigen z.B. in die lokalen geplanten Aufschlussprojekte von Mineralien, als nachhaltig wirkende Position deutscher Bergbautechnik.

2. Analog zu Aktionen für Industrieparks- oder -zonen in verschiedenen Ländern, gebe ich meinen  Vorschlag zur Errichtung eines Industrieparks  – ausgelegt zur agrarwirtschaftlichen Modernisierung einer auszuwählenden lokalen Region, mit der Struktur als Agrarcenter für Anbau, Verwertung und Lagerung von Agrarprodukten. Eingeschlossen ist für die Mechanisierung der Agrararbeit die Errichtung eines Workshops (Werkstatt und Fertigungsbetrieb ) mit Ausbildung und Farmerqualifizierung.

Ziel dieses Projektes ist die Zusammenarbeit von Farmern einzelner kleiner landwirtschaftlicher Betriebe in einer kooperativen Form mit wichtigen Synergieeffekten, Sicherung der Existenz der Farmer und Erweiterung der Potentiale des Landes.

Einen Vorschlag dafür bezogen auf Ghana habe ich dem „Wirtschaftsnetzwerk Afrika“ beim BMWI unterbreitet, um diesen einzubeziehen in geplante Pilotprojekte. Ich verweise hier auf den Kontakt zwischen dem BMZ und dem Konzern AGCOcorp AG im Januar 2019 mit einem unterzeichneten  Memo über ein zu bearbeitendes Projekt in Afrika. Ein erster Ansatz dazu verlief mit Ghana zu einem „Future Farm“-Projekt. Ich spreche damit gezielt unsere Agrarunternehmen und Agrarexperten an, die sich als flexible Akteure zeigen sollten..

3. Bäume zur Waldaufforstung , gegen Wüstenbildung

Die kürzliche Würdigung des Brasilianers Sebastiao Salgado und seine Aktivitäten mit der Stiftung „ Instituto Terra“ zur Wiederaufforstung eines Urwaldes hat mich inspiriert, dieses Thema für Afrika aufzuwerten.

Die Wüstenbindung mittels Pflanzen von Baumkulturen dient der Landgewinnung zur effektiven landwirtschaftlichen Nutzung, verbunden mit der Gewinnung von genügend Wasserquellen. Der brisante Schwerpunkt liegt in der SAHEL-Zone.  Dafür sollten sich  professionelle Unternehmen in Gemeinschaft mit den erfahrenen Organisationen WWT und mit der  KfW für finanzielle Unterstützung, auf Basis vorliegender Untersuchungsergebnisse und mit den Partnerländern zur Erarbeitung von  weiteren Vorschlägen bereitfinden und Angebote abgeben.

(Dipl.oec Gerd  E c k e r t – Consultant – Research & Project Development Africa – Budapester Str.33a – 10787 Berlin-Germany – Tel./Fax: 0049-30 -261 73 02 – E-Mail: gerdeckert-at-come2eat.de)