Afrika-Filmfestival FESPACO 2019: Nachlese Sonderpreise

Afrika-Filmfestival FESPACO 2019: Nachlese SonderpreiseBeim diesjährigen 26.Festival konnte das Publikum in den neun Kinos an insgesamt 437 Filmen unterschiedlichen Charakters und Inhalten teilnehmen. Die Vielfalt der Verfilmungen zeigt sich in der Verarbeitung der Themen, die gegen den Krieg und die damit verbundenen Leiden plädieren. In anderen Filmen wird das Gewicht auf die Tradition und das Zusammentreffen mit der „Moderne“ gelegt. Aktuelle politische Ereignisse, sowie Gewalt im öffentlichen und privaten Raum  werden thematisiert. Erwähnenswert ist die aktive Beteiligung von Frauen, in der Konzeption und Realisierung von Filmen.

Diese Vielfalt spiegelt sich wider in der Verleihung der Sonderpreise mit insgesamt 110 Mill. FCFA.

Der Preis Ousmane Sembène ging an „Les armes mirculeuses“ von Jean B. Bokolo, Kamerun. Im Zentrum stehen drei Frauen, die in Beziehung stehen zu einem zum Tode Verurteilten. Eine reist aus Europa an, um ihm beizustehen. Die Frau des Verurteilten führt ein Gästehaus in der Nähe des Gefängnisses und die Dritte unterrichtet Französisch in der Haftanstalt.

Die Auszeichnung der Hauptstadt Ouagadougou erhielt der Film „Derances“ von Apoline Traore, Burkina Faso. Bürgerkriegswirren in Haiti und in der Elfenbeinküste werden in dem Film verarbeitet. Fiktiv die Rolle der Tochter und ihres Vaters, unter den schwierigen Entwicklungen zwischen Militärs, Ausgangssperren, Drogen und Gewalt.

Mit dem Preis von LONAB ist der Film „Le Prince“ von Zalissa Zougrana, Burkina Faso, prämiert worden. Der Erstgeborene kehrt nach 15 Jahren in Frankreich in sein Ursprungsdorf zurück. Dort soll er die Nachfolge seines Vaters als Dorfchef übernehmen. Seine Passion ist der Tanz. Er ist hin und her gerissen zwischen seinen Verpflichtungen und seinen Wünschen.

Mit dem Preis Thomas Sankara wurde der Kurzfilm „Black Mamba“ der Regisseurin Amel Guellaty, Tunesien, ausgezeichnet. In eindrucksvollen Szenen wird die Geschichte einer Frau, die sich gegen das für sie vorbestimmte Leben wehrt, vermittelt.

Afrika-Filmfestival FESPACO 2019: Nachlese SonderpreiseDer Preis UMEAO ist für „Duga, les charognards“ von Abduolaye Dao und Herve R. Legani, Burkina Faso verliehen worden. Im Fokus stehen die Ereignisse um die Beisetzung seines Freundes. Die Bemühungen für den Toten einen Platz zu finden, führen in sein Heimatdorf und zu den kirchlichen Einrichtungen. Ohne Erfolg. Letztlich beerdigt er den Freund in seiner Nähe.

Mit dem Preis Felix Houphouet-Boigny ist der Spielfilm „Résolution“ von Boris Oue und Marcel Sagne, Elfenbeinküste, ausgewählt worden. Das ausgefüllte familiäre Leben bricht zusammen mit den Gewaltausbrüchen des Mannes gegen seine Frau.

Der Preis UMEAO für den Kurzfilm ist an „Rêve brisée“ von Bede Modeste Ganaffe Mofe Dog-na, Burkina Faso vergeben worden. Der Protagonist des Films ist ein erfolgreicher Frisör. Sein Traum in Europa zu leben, scheint sich zu erfüllen, als er Anne, eine Europäerin kennenlernt.

Den Preis UMEAO in der Kategorie Dokumentarfilm konnte „Juma Duma“ von Salif Traore, Mali entgegen nehmen. Eine anspruchsvolle Darstellung. Der Film wirft die Frage nach den Werten auf, denen sich jeder verpflichtet fühlt. In Interviewsequenzen werden die Etappen der historischen Entwicklungen aufgezeigt und der Bezug zur gegenwärtigen Situation beleuchtet.

Theresa Endres