Afrika: HIV gegen wichtiges Medikament resistent

hivIn mehreren afrikanischen Ländern liegt bereits bei 60 Prozent der HIV-Erkrankungen eine Resistenz gegen das bis dahin effektiv eingesetzte Medikament Tenofovir vor. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des University College London. Die Forscher untersuchten den Zeitraum 1998 bis 2015 und werteten die Daten von insgesamt 2.000 HIV-Patienten aus der ganzen Welt aus. Laut dem leitenden Wissenschaftler Ravi Gupta sind diese Ergebnisse „äußerst Besorgnis erregend“.

 

Richtige Dosis entscheidend

Die 2012 gestartete Studie wurde erst jetzt abgeschlossen. Die Wissenschaftler verglichen die Daten zweier ungefähr gleich großer Patientengruppen mit HIV aus Afrika mit denen aus Europa. Es zeigte sich, dass in Afrika 60 Prozent der Patienten gegen Tenofovir resistent waren. In Europa lag dieser Wert nur bei 20 Prozent.

 

Eine mögliche Erklärung für diesen inzwischen signifikanten Unterschied ist laut Gupta die schlechte Verabreichung des Medikaments in Hinblick auf die regelmäßige Einnahme der richtigen Dosis. „Wird nicht die richtige Dosis eingenommen, kann das Virus das Medikament überwinden und resistent werden“, erklärt der Wissenschaftler die Gefahr.

 

Resistentes Virus übertragbar

Die in „The Lancet Infectous Diseases“ veröffentlichte Studie hält es auch für möglich, dass resistente Virenstämme von Person zu Person übertragen werden können. Laut Gupta werden derzeit weitere Studien durchgeführt, um genauer zu erforschen, wie sich die resistenten HI-Viren entwickeln und ausbreiten.

 

HIV ist laut der Weltgesundheitsorganisation die tödlichste Infektionskrankheit. Wissenschaftler Gupta betont zudem, dass eine weltweite Anstrengung und Geldmittel dafür notwendig sind, um die medizinische Versorgung in ärmeren afrikanischen Ländern zu verbessern. Es sei im Interesse aller, diese Maßnahmen umzusetzen. (pte)