Afrika mangelt es an Ingenieuren in punkto Qualität und Quantität

Laut dem UNESCO-Bericht „Engineering for sustainable development: delivering on the Sustainable Development Goals“, der Anfang März 2021 veröffentlicht wurde, hat Afrika nach wie vor die niedrigste Anzahl von Ingenieuren pro Kopf aller Regionen. Und: den Ingenieuren, die es auf dem Kontinent gibt, fehlt es an den erforderlichen Fähigkeiten. Ohne hochwertige Ingenieure könnte die Entwicklung in Schlüsselbereichen wie Landwirtschaft, Energie, Bergbau, Wasser und Katastrophenschutz auf Jahrzehnte stagnieren. Dies sind einige der am schnellsten wachsenden Sektoren des Kontinents.

„Aufgrund der schlechten Qualität der Ingenieursausbildung, die an den meisten dortigen Universitäten angeboten wird, könnte Afrika auch die Gewinne verpassen, die durch künstliche Intelligenz, Megadaten-Ökosysteme und die Entwicklung von Smart Cities entstehen könnten“, so der Bericht.

Bereits in ihrem ersten Bericht zum Thema Ingenieurwesen, der 2010 veröffentlicht wurde, hat die UNESCO die afrikanischen Staaten auf die Notwendigkeit der Ausbildung von Ingenieuren aufmerksam gemacht. Kürzlich ergab eine Studie der Foundation for Capacity Building in Africa, dass es auf dem Kontinent etwa 55.000 Ingenieure gibt, denen etwa 4,3 Millionen Stellen gegenüberstehen. Professor Etienne Ehouan Ehilé, Generalsekretär der Association of African Universities, sagte 2019, dass Afrika bis 2023 jedes Jahr mehr als 300.000 Ingenieure ausbilden sollte, um die Lücke an Absolventen in diesem Bereich zu füllen.

Um den Rückstand aufzuholen, drängt die UNESCO die afrikanischen Länder, ihre Hochschulsysteme zu professionalisieren, indem sie Lehrpläne entwickeln, die den Anforderungen des neuen Ingenieurwesens gerecht werden, eine Anreizpolitik entwickeln, um Studenten anzuziehen, und die Mittel für diesen Bildungssektor erhöhen.

Kompetente Ingenieure in ausreichender Zahl hervorzuringen muss jetzt ein Hauptanliegen in Afrika sein: in Anbetracht der Tatsache, dass intelligente Ingenieurtechnologien und -anwendungen das Potenzial haben, die Art und Wirtschaftlichkeit der Infrastruktur zu verändern.

Als Fachleute spielen Ingenieure eine wichtige Rolle bei der Erfüllung grundlegender menschlicher Bedürfnisse, einschließlich der Reduzierung von Armut, der Förderung einer sicheren und nachhaltigen Entwicklung, dem (Wieder)aufbau von Infrastruktur, der Überbrückung von Wissensunterschieden und der Förderung interkultureller Zusammenarbeit.

Sie reagieren auf gesellschaftliche Bedürfnisse, indem sie entsprechende technologische Innovationen und kommerzielle Anwendungen entwickeln. Damit ist das Ingenieurwesen einer der wichtigsten Treiber für eine nachhaltige sozioökonomische Entwicklung.

Der Zusammenhang zwischen Wachstum und Technik ist somit mehr als offensichtlich. Zumal der Bericht feststellte, dass Länder, die über genügend hochqualifizierte Ingenieure verfügen, auch eine gute Infrastruktur, eine hohe Arbeitsplatzschaffung und ein signifikantes Wirtschaftswachstum aufweisen. (Quelle: agence ecofin)