Afrika – unser lebendiger Nachbar

Afrika – unser lebendiger NachbarDarüber berichtet sehr anschaulich Volker Seitz in seinem Taschenbuch zum Thema „Afrika wird armregiert“ (Ausgabe 2018). Aus seinen langjährigen Afrikaerfahrungen als Diplomat zeigt er sehr detailliert die Misere für die Völker des Kontinents mit sehr konkreten Einzelerscheinungen auf.Wohin führen die noch fest etablierten Machtverhältnisse in den Ländern? Unsere Erfahrungen aus den jahrzehntelangen Beziehungen mit den 54 Ländern sind geprägt von hohem Maß an Widersprüchlichkeiten, bestimmt von Geben und Nehmen, und der Suche nach Wirksamkeit der enormen Größe an geleisteter Entwicklungshilfe. Berechtigt ist die von Volker Seitz gestellte Frage, wie man weiterhin Afrika wirklich helfen kann. Nämlich: Hilfe für soziale Gerechtigkeit! Und den Diktatoren sollte der Geldhahn zugedreht werden!

Ich möchte dazu die These von Nobelpreisträger Anguz Deaton zitieren: „Ein Land kann nicht von außen entwickelt werden. Länder entwickeln sich von innen, basierend auf einer demokratisch wirkenden Regierung in enger Beziehung zur eigenen Bevölkerung“. Wie schwer es aber für demokratische Kräfte ist, verkrustete Machtverhältnisse verändern zu wollen, zeigen uns aktuell die Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo.

Gerade deshalb stellt unsere Afrikapolitik an die afrikanischen Partner sehr ernsthafte Herausforderungen, d.h. von afrikanischer Seite erwarten wir ein größeres Maß an Eigeninitiative und Eigenleistungen, um ihrer Verantwortung gerecht zu werden.

Die angestrebten Ziele zur Intensivierung der Entwicklungszusammenarbeit mit mehr Investitionen im Bereich der Privatwirtschaft müssen in konkreter Projektarbeit umgesetzt werden. Ich verweise auf die große Hilfsorganisation „Deutsche Welthungerhilfe“, die die Entwicklungshilfe „neu erfinden, auf Unternehmen setzen, Projekte zu Investments machen will“.

Im Ergebnis des am 30.10.18 stattgefundenen G20 – Afrika Gipfels in Berlin, hat unsere Regierung eine Basis geschaffen mit dem Entwicklungsinvestititonsfonds (1 Mrd.€) für umfassendere Aktivitäten mit den ausgewählten Reformpartnerländern in Afrika. Damit steht eine klare Ansprache an die deutsche Wirtschaft, d.h. unsere Unternehmen des Mittelstandes mit den Konzernen aus Industrie und Landwirtschaft sollen sich in weit stärkerem Maße engagieren und den Weg nach Afrika suchen.

Der Fokus in allen Ländern zielt auf die Landwirtschaft, um nachhaltig die Eigenversorgung mit Nahrungsmitteln zu sichern, um damit Arbeitsplätze und Existenzen für die Farmer zu schaffen. Im konkreten Partnerschaftssystem liegen die Lösungen, nicht in verbalen und populistischen Debatten, Konferenzen, die auch in Afrika permanent geführt werden.

So sehen wir erwartungsvoll auf den einberufenen Deutsch-Afrikanischen Wirtschaftsgipfel im Februar 2019 in Ghana. Die SAFRI (Subsahara-Afrika-Initiative der deutschen Wirtschaft) erwartet 750 deutsche und afrikanische Entscheider, die darüber diskutieren wollen, wie das 21.Jahrhundert zum Jahr Afrikas werden kann.

Im Blickpunkt müssen die verhandelten nachhaltig angelegten Projekte mit den afrikanischen Partnern stehen. Und bleiben wir sachlich in der Realität.

Dazu kann ich nur empfehlen, auf die von Volker Seitz dargelegten Erfahrungen aus seiner langjährigen Afrikaarbeit zu schauen, um die richtigen Schlussfolgerungen für unser Afrika- Engagement unter Compact with Africa zu ziehen. (Dipl.oec. Gerd Eckert)