Afrika-Verein zum angekündigten Rücktritt von Algeriens Präsident Bouteflika

Afrika-Verein zum angekündigten Rücktritt von Algeriens Präsident Bouteflika

Der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft (AV) sieht in der Entscheidung des algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika, sein Amt niederzulegen, eine erste wichtige Voraussetzung dafür, wirtschaftliche und politische Reformen in dem nordafrikanischen Land anzustoßen.

Die algerische Wirtschaft braucht Reformen hin zu mehr Marktwirtschaft. Das Land sollte sich zudem stärker für internationale Unternehmen öffnen. Dies sind die Grundvoraussetzungen dafür, mehr Arbeitsplätze zu schaffen und die hohe Jugendarbeitslosigkeit wirksam zu bekämpfen. Diese ist eine der Hauptursachen für die große Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Das Land bietet bei verbesserten Rahmenbedingungen hervorragende Chancen auch für deutsche Unternehmen, so der AV.

Bouteflika regiert das nordafrikanische Land seit mittlerweile 20 Jahren. Seit Wochen gibt es Proteste mit dem Wunsch nach Veränderungen in der politischen Führung. Zuletzt hatte Bouteflika eine Übergangsregierung ernannt und bekannt gegeben, dass er auf eine erneute Kandidatur für die Präsidentschaft verzichtet.

Algerien gehörte mit einem Handelsvolumen von 4,3 Mrd. Euro (2017) zu den wichtigsten Außenhandelspartnern Deutschlands auf dem afrikanischen Kontinent. Aktuell sind rund 200 deutsche Unternehmen in Algerien aktiv, die etwa 3.000 Arbeitsplätze geschaffen haben. Zu den wichtigsten Exportgütern Deutschlands nach Algerien gehören Maschinen, Kraftfahrzeuge, Fahrzeugteile und chemische Erzeugnisse. Einfuhren aus Algerien nach Deutschland umfassen vor allem Erdöl sowie chemische Erzeugnisse und andere Rohstoffe. Der Bestand der deutschen Direktinvestitionen in Algerien lag 2016 bei 425 Mio. Euro. (lifePR, Foto: UNO)