Afrikanisches Filmfestival FESPACO 2019:  Preisverleihung … mit viel  Spannung erwartet

Afrikanisches Filmfestival FESPACO 2019:  Preisverleihung … mit viel  Spannung erwartetTäglich werden neue ernst zu nehmende Filme präsentiert, die die Spekulation über die möglichen Preisträger aufleben lassen. In der Bevölkerung sind in den vergangenen Tagen verschiedene  Favoriten diskutiert worden. Eine lebhafte Atmosphäre im Austausch über die Filme vermitteln das gewachsene  gesellschaftspolitische Interesse der burkinischen Bevölkerung, vom Taxifahrer bis zum Nachtwächter .

Der Film des ruandischen Regisseurs Joel Karekezi  „La miséricode de la Jungle“  ist unter großem Applaus des Publikums mit dem ersten Preis, „Etalon d’or de Yennega“,  prämiert worden. (Referenz an die  Freiheitskämpferin und Gründerin des Königreiches Mossi) . Im Mittelpunkt zwei Soldaten, auf der Flucht, allein in den Wirren der kriegerischen Auseinandersetzungen. Überraschend offen wird in dem Film die Verwicklung und Verantwortung  von Ruanda im Osten des Kongos dargestellt.

„Karma“, der Film  des Regieusseurs Khalid Youssef, Ägypten, ist mit dem zweiten  Preis ausgezeichnet worden. Beeindruckend vermittelt werden die Gegensätze von arm und reich. Die Beziehungen zwischen den Religionen, Christen und Muslimen werden in dem Film kritisch beleuchtet.

„Fatwa“, ein tunesischer Film von Ben  Mohmound gewinnt den dritten Preis. Der Vater reist zur Beerdigung seines  Sohnes . Dabei entdeckt er, dass er sich radikalisiert hat. Ein mysteriöser Unfall lässt den Vater an der Glaubwürdigkeit des Geschehens zweifeln. Er versucht die Hintergründe aufzudecken . Damit gefährdet er sich selbst.

In der Kategorie Kurzfilme verdeutlicht „ Black Mamba“ von Amel Guellaty, aus Tunesien die kulturellen Zwänge, denen  vor allem junge Frauen ausgesetzt sind. Die Protagonistin im Film entflieht den traditionellen Vorstellungen und verwirklicht couragiert ihre eigenen Ideen.  Diese Verfilmung erhält den ersten Preis.

Kadiatou Sow ,“Une place dans l’avion“  aus Senegal wird mit dem zweiten Preis ausgezeichnet. Eine witzig dargestellte Komödie zeigt die Aufbruchsbereitschaft in die große weite Welt zu ziehen. Im Radio wird bekannt gegeben, dass in die USA ohne Formalitäten eingereist werden kann.  Das ganze Dorf ist mobilisiert. Jeder will einen Platz im Flugzeug ergattern. Sie überwinden verschiedene Hindernisse, beim Rennen um die letzten Plätze.

 Der Film des dritten Preises „Un air de kora“ von Angele Diabaque, Senegal, skizziert ein Mädchen, das gerne das Spielen der Kora  erlernen möchte. Allerdings ist das in der bestehenden Gesellschaft den Jungen vorenthalten. Mit Unterstützung eines Paters wird  sie eingeführt in das ihr untersagte Beherrschen des Instrumentes. Eine neue Welt eröffnet sich für beide, die sie nicht leben dürfen.

Der erste Preis des Dokumentarfilms „Le Loup d’or de Balole“ der burkinischen Regisseurin Aicha Boro Leterrier schildert die Arbeit von Kindern und Erwachsenen in einem Steinbruch unter extrem harten  Bedingungen. Sie erleben, dass nur ihre gemeinsamen Aktionen Erfolg auf Veränderungen haben. Die Ereignisse von 2014 stärken ihre Hoffnungen auf ein besseres Leben.

Rendezvous: FESPACO 2021

Theresa Endres