Afrikapolitik: Duale Ausbildung exportieren und Kirchen einbinden – Mittelständler empfehlen der Bundesregierung Kurswechsel in Afrika

eurafricaVor dem Hintergrund jüngster Äußerungen des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Dr. Gerd Müller, zur Flüchtlingskrise, nachhaltig in Afrika wirkender Lösungen und der immer wieder diskutierten Neuausrichtung der Entwicklungszusammenarbeit u.a. weg von einer Fixierung auf ‚Global Player‘ oder ‚Dead Aid‘ hat ihm sein Kabinettskollege Hermann Gröhe die Empfehlungen der neu formierten Unternehmerinitiative „Neue Wege mit Afrika“ überreicht.

Die Initiative fordert nach den Flüchtlingsgipfeln auf Malta und in der Türkei eine umfassende Änderung der deutschen Afrika-Politik und wirbt dafür, den Fokus in der Entwicklungszusammenarbeit auf die Stärkung des Privatsektors, insbesondere die Einbeziehung kleiner und mittelgroßer Firmen, und Kooperationen auf Augenhöhe zu richten.

„Flucht beginnt nicht erst, wenn Menschen ihr Heimatland verlassen, sondern wenn sie vom Land in die Stadt ziehen, weil sie in ihrer Heimat keine Perspektive zum Leben haben“, gibt Meinolf Kuper, einer der Initiatoren der Kampagne, zu bedenken.  Sein Geschäftsführer-Kollege Dr. Heinrich Heinrichs von der Berliner Firma africrops! ergänzt: „Durch die Stärkung der Landwirtschaft, u.a. mittels der Biozertifizierung landwirtschaftlicher Flächen nach europäischen Standards, aber auch des Exports der in Deutschland erfolgreichen dualen Ausbildung kann erreicht werden, dass nicht mehr verstärkt Flüchtlinge aus den Ländern Afrikas, sondern ihre Waren kommen.“

4P nennt es Carsten Mohr: Private Private Partnerships with Public Backing. Der Vorstand der Nichtregierungsorganisation Business Crime Control empfiehlt „Besonnenheit und kluge Lösungen, um Kontrollverlust und Panik zu begegnen“. In Europa unbemerkt, so Mohr, der beruflich in der internationalen Finanz- und Energiewirtschaft tätig ist, entwickeln sich in Afrika enorme Wachstumschancen, die es gezielt zu nutzen und abzusichern gelte. Die Fixierung auf Konzerne sei aufzugeben, öffentliche Förderschemata sollten kleinunternehmer-freundlich entschlackt und interkulturell müsse umsichtig gehandelt werden: „Es wird unterschätzt, dass respektvoller Umgang mit afrikanischen Partnern ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil ist.“

Auch die Kirchen sollen „Neue Wege mit Afrika“ einschlagen. Kirchliche Träger besitzen in Afrika immense Landflächen – meist fruchtbare, aber ungenutzte Böden. Diese zu „mobilisieren“, wünscht sich Dr. Andreas Wesselmann von africrops!, „um die Kirchen zu veranlassen, sich nicht nur sozial im Schul- und Gesundheitssektor, sondern auch wirtschaftlich in der Produktion von Nahrungsmitteln zu betätigen.“

Für die Umsetzung sehen die Empfehlungen an die Bundesregierung die Erschließung landwirtschaftlicher Flächen und die Stärkung des Handels mit Produkten aus Afrika als ein Betätigungsfeld und als Vehikel zur Verbesserung der Beschäftigungs- sowie Einkommenssituation und somit der Reduzierung der Flüchtlingsströme in Richtung Europa an.

Ein interessantes und beachtenswertes Konzept, dessen Details Sie HIER nachlesen können.