Aufruf zur Solidarität mit dem Volk von Burkina Faso

SolidaritätMit Entsetzen müssen wir mitansehen, wie die legitime Übergangsregierung Burkina Fasos in Geiselhaft genommen und schließlich von einer international bekannten Verbrecherbande abgesetzt und abgelöst wird. Die burkinische Präsidentengarde RSP, 1.300 bis an die Zähne bewaffnete Militärs, greift in die demokratischen Bestrebungen eines Landes ein, dessen Volk vor fast genau einem Jahr mit bloßen Händen einen Diktator aus dem Amt gejagt und seine Integrität und Menschenwürde mühsam wiedergewonnen und behauptet hatte.

Das kann nicht toleriert werden. Bisher hat die Internationale Gemeinschaft, haben UNO, AU, ECOWAS, Frankreich und die USA deutliche Worte der Verurteilung dieses Putsches gefunden. Es bleibt abzuwarten, was daraus folgt.

Nun, wenige Wochen vor dem Ende der Transitionsphase, an dessen Ende die ersten demokratischen Wahlen des Landes am 11. Oktober 2015 stattfinden sollten, will das RSP in einem konterrevolutionären Streich die alten Verhältnisse wieder über die pure Gewalt zurückholen.

An ihrer Spitze steht der engste Vertraute des gestürzten Diktators Blaise Compaoré, der bekannte Folterknecht, Mörder und Mitglied der französischen Ehrenlegion Gilbert Diendéré. Er steht dem kurzerhand neu geschaffenen Nationalen Demokratierat (Conseil National de la Démocratie, CND) vor – ein Name, der nichts als Hohn und Spott ist.

An der Spitze des Widerstands steht der Präsident des Nationalen Transitionsrates (CNT) Chériff Sy, der sich in Abwesenheit des Staatspräsidenten Kafando, welcher sich seit gestern gemeinsam mit dem Premierminister Zida in der Gewalt des RSP befindet, an die Staatsspitze gesetzt hat, um verzweifelt die republikanischen Teile der Armee dazu zu bewegen, dem RSP Einhalt zu gebieten.

Das Volk ist massiv auf der Straße, die Putschisten haben absolut keinen Rückhalt bei den Menschen. Systematisch werden alle strategisch wichtigen Punkte des Landes besetzt, es wird Angst und Terror verbreitet und die wichtigsten Stimmen des Widerstands werden mundtot gemacht oder festgenommen. Schon gibt es erste Verletzte und Tote. Vor allem die ProtagonistInnen der letztjährigen Revolte werden zur Stunde systematisch verfolgt.

Wir verurteilen diesen Eingriff in die demokratische Entwicklung des Landes, das seit 2014 weltweit für seine vorbildliche Demokratiebewegung Beachtung findet, aufs Schärfste und werten ihn als einen antidemokratischen Überfall von einer Bande von Mördern und Verbrechern auf die Führung eines souveränen Staates. Sie sind aufs Äußerste entschlossen, das Volk in ihrer grenzenlosen Verachtung mit Füßen zu treten.

Wir erklären uns solidarisch mit dem Volk von Burkina Faso und allen Völkern, die um ihre Freiheit, Würde und Demokratie ringen, und rufen die deutsche und internationale Öffentlichkeit zur Solidarität und Unterstützung für die noch junge demokratische Bewegung auf.

Wir appellieren an den gesunden Menschenverstand und an ein gemeinsames völkerrechtliches Verständnis und bitten Sie eindringlich, die Augen vor dieser unfassbaren Vergewaltigung der Rechte und Bestrebungen eines ganzen Volkes nicht zu verschließen. Unser Gewissen muss uns zwingen, hier und jetzt gemeinsam und klar Stellung zu beziehen und unserer Position angesichts dieses himmelschreienden Unrechts Ausdruck zu verleihen. Die Putschisten dürfen keinen Tag, keine Stunde, keine Minute geduldet oder gar hoffähig gemacht werden.

In uneingeschränkter Solidarität mit dem Volk der aufrechten Menschen,

AfricAvenir International e.V. und Arbeitskreis Panafrikanismus München