Ausgezeichnete deutsch-afrikanische Innovationsprojekte gehen an den Start

Durch den „Deutsch-Afrikanischen Innovationsförderpreis“ realisieren sechs herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Afrika innovative Forschungsprojekte in Kooperation mit deutschen Partnern.

Das Bundesbildungsministerium vergibt im Jahr 2020 zum zweiten Mal den Deutsch-Afrikanischen Innovationsförderpreis. Sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Afrika (Ghana, Marokko, Südafrika, Tunesien, Uganda) und ihre deutschen Kooperationspartner erhalten die Auszeichnung für ihre exzellenten Forschungsergebnisse mit hohem Verwertungspotenzial.

Im Zentrum der Kooperationsprojekte, die durch das Preisgeld in Höhe von 150.000 € gefördert werden, steht die Entwicklung nachhaltiger und innovativer Lösungen für die gesellschaftlichen Herausforderungen auf dem afrikanischen Kontinent. Die deutsch-afrikanischen Partnerschaften stellen dabei einen wichtigen Erfolgsfaktor dar. Die Projekte wurden von einer hochrangigen Jury aus deutschen und afrikanischen Expertinnen und Experten aus 46 eingereichten Anträgen ausgewählt.

Eines der Projekte aus dem Bereich der Gesundheitsforschung (Projekt ECGF-IS) zielt darauf ab, die Sicherheit von Infusionstherapien in Entwicklungsländern zu verbessern. Mithilfe eines kostengünstigen elektronisch gesteuerten Schwerkraftinfusionssystems soll die Sterblichkeit durch Über-/Unterinfusion, insbesondere von Kindern, gesenkt werden. In ugandischen Krankenhäusern werden standardmäßig Schwerkraftinfusionssystemen verwendet, die keine präzise Kontrolle der Dosis zulassen, was fehlerhafte Infusionsdosierungen nach sich zieht.

Das neue Gerät nutzt weiterhin die Schwerkraft für den Transport der Infusionslösung, schließt jedoch die Lücke zwischen der ungeregelten Schwerkraftinfusion und der hochpräzisen, aber sehr teuren Infusionspumpe, wie sie in Ländern des Globalen Nordens eingesetzt wird. Infusionen sind auch bei der Behandlung von Covid19-Patienten wichtiger therapeutischer Bestandteil. In Zusammenarbeit des Uganda Industrial Research Institute mit dem Fraunhofer-Institut für Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung sollen ein erster Prototyp technisch optimiert und die Gründung eines Unternehmens zur Kommerzialisierung des Gerätes in ostafrikanischen Märkten vorbereitet werden. Damit trägt der Förderpreis zum Aufbau neuer Innovationsstrukturen bei, die die Schaffung von Arbeitsplätzen und die wirtschaftliche Entwicklung in Afrika unterstützen.

Die weiteren geförderten Projekte beschäftigen sich mit innovativen Forschungen in den Themenbereichen nachhaltige Ressourcennutzung, erneuerbare Energien und Kommunikationstechnologien zur Unterstützung gehörloser Menschen in Afrika.

Eine Übersicht zu den Projekten finden Sie HIER. (bmbf)