Berlin / Refugee Movement: Räumung der Gerhart-Hauptmann-Schule am 11.01.2018 – Demoaufruf

Berlin / Refugee Movement: Räumung der Gerhart-Hauptmann-Schule am 11.01.2018 - DemoaufrufKundgebung und Demonstration in Solidarität mit den Bewohner_innen: Unterstützende Initiativen und Einzelpersonen rufen angesichts der Räumung der Bewohner_innen der Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg am 11.1.2018 um 7.45 Uhr zu einer Kundgebung in die Ohlauer Straße mit anschließender Demonstration auf. Am 11.01. um 8 Uhr morgens soll die Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS) geräumt werden.

Den Bewohnern wurde lediglich ein fragwürdiges Angebot gemacht, das in der Tradition des Oplatz-„Agreements“ steht. Dies ist ein weiterer Versuch des Berliner Senats und des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, das Refugee Movement zu spalten. Dem jahrelangen Kampf um Selbstbestimmung, Bewegungsfreiheit, gegen Rassismus und gegen das europäische Migrationsregime wurde mit Drohungen, repressiver Polizeigewalt, Isolierung und Überwachung durch Security-Personal, wochenlanger Belagerung des Kiezes durch die Polizei und Kriminalisierung der Aktivist_innen begegnet.

Die Pläne für das, nach dem Räumungsversuch 2014 vereinbarte, selbstverwaltete internationale Refugee-Center wurden torpediert und nie ernst genommen. Und das obwohl es ein Konzept gab, das mit einem freien Träger, mehreren Vereinen und der Nachbarschaft erarbeitet worden war und Pläne für Beratungsangebote, ein Café und einen politischen und kulturellen Treffpunkt beinhaltete.

Das Refugee Movement zeigte, dass Geflüchtete sich selbst den Status politischer Subjekte erkämpfen. Ihre Forderungen nach Sichtbarkeit und gleichen Rechten, die ihnen von der weiß-deutschen Mehrheitsgesellschaft verweigert werden, haben Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen ermutigt und politisiert. Mut, Solidarität und gemeinsamer politischer Kampf sind nötiger denn je angesichts ständiger Asylrechtsverschärfungen, anhaltender Ausweitung der Grenzregime bis hin nach Afrika, alltäglicher rassistischer und kapitalistischer Ausbeutung, und des europäischen Rechtsrucks. Alle Menschen müssen das Recht haben, zu entscheiden, wo und wie sie leben wollen, unabhängig von Status und Herkunft!

„Es geht nicht um das Gebäude, es geht um die Bedeutung. Wenn ihr diesen Ort räumt, verlieren wir alle. Wir verlieren, was dieser Ort hätte werden können.“ (Aktivisten aus der GHS). (Oplatz Media Group)