"Blinder Passagier" aus Ghana an Bord eines Schiffes will nach Hause, Bundespolizei organisiert Rückreise

„Blinder Passagier“ aus Ghana an Bord eines Schiffes will nach Hause, Bundespolizei organisiert Rückreise

Montagvormittag lief ein Frachtschiff in den Lübecker Hafen ein, das einen „blinden Passagier“ an Bord an die Bundespolizei meldete. Das Schiff, das „auf Order“ fährt, also kurzfristig durch Auftraggeber für Frachtgeschäfte gebucht wird, hatte nach eigenen Angaben bereits in mehreren europäischen Häfen um „Abnahme“ des blinden Passagiers gebeten, aber keine Unterstützung erhalten. Der Mann, ein 22-jähriger Mann aus Ghana, will sich Mitte März in einem französischen Hafen an Bord des Schiffes geschlichen haben.

Auf hoher See wurde er dann durch Besatzungsmitglieder entdeckt. In mehreren Häfen hatte der Kapitän wohl versucht, den Passagier an die dortigen Behörden loszuwerden, aber wiederholt habe man die Einreise verweigert.

Eine Streife der Bundespolizei ging nun in Lübeck an Bord und sprach mit dem „Passagier“. Er gab an, keine Papiere zu haben und aus Ghana zu stammen. Die lange Zeit an Bord habe ihn gefrustet, Europa gefalle ihm nicht mehr. Er wolle nach Hause, gab der 22-jährige gegenüber den Beamten an. Somit sorgte die Bundespolizei dafür, dass über die Botschaft von Ghana in Berlin Papiere für den Mann sowie ein Flugticket organisiert wurden. Für die Dauer der Liegezeit im Lübecker Hafen erhielt der Mann aus Ghana ein Landgangsverbot. Als die Papiere und das Flugticket organisiert waren, holten Bundespolizisten den 22-jährigen Mittwoch früh von Bord, fuhr ihn zum Hamburger Flughafen und brachte ihn an Bord seiner Maschine in die Heimat. (ots)