Bundesentwicklungsminister Gerd Müller vereinbart neues Ebola-Programm mit DR Kongo

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller vereinbart neues Ebola-Programm mit DR Kongo
Bundesentwicklungsminister Gerd Mueller, CSU, und Felix Tshisekedi, Staatspraesident der Demokratischen Republik Kongo, Kinshasa, 15.08.2019.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat gestern Abend den Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo, Félix Tshisekedi, getroffen und mit dem Ebola-Experten Jean-Jaques Muyembe gesprochen.

Als erster deutscher Politiker führte Minister Müller mit dem neu gewählten Präsidenten Gespräche. Im Mittelpunkt standen dabei der politische Neustart des Landes nach der Wahl Tshisekedis im Januar und das umfassende entwicklungspolitische Engagement Deutschlands sowie der Kampf gegen Ebola.

Minister Müller: „Die Armut, Arbeitslosigkeit und die Bevölkerungsdynamik ist eine gewaltige Herausforderung. So wuchs die Bevölkerung des Kongos seit 1960 von 15 Millionen auf heute 82 Millionen Menschen bei einem Durchschnittsalter von weniger als 17 Jahren. Ich bin froh, dass Präsident Tshisekedi die Themen Familienplanung, Bildung und Gesundheit zum Schwerpunkt macht und bei der Regierungsbildung den nationalen Ausgleich und die Versöhnung mit dem Oppositionslager um den früheren Präsidenten Kabila sucht.“

Minister Müller vereinbarte eine umfassende Ausweitung des bestehenden BMZ-Engagements im Ost-Kongo mit einem Volumen von 50 Millionen Euro, um die Ebola-Bekämpfung gezielt zu unterstützen: „Ich setze auf eine Stabilisierung der Region im Ost-Kongo mit einem ganzheitlichen Ansatz. Armut ist der Nährboden von Elend und Krankheiten. Wir investieren in Landwirtschaft, um den Hunger zu beseitigen. Wir bauen das Sanitär- und Gesundheitswesen aus, um den Ausbruch von Seuchen zu verhindern, und nicht nur Ebola zu behandeln, sondern auch andere Krankheiten zu bekämpfen. Außerdem setzen wir gezielt auf Bildungsmaßnahmen.“

Darüber hinaus bat Präsident Tshisekedi um technische Unterstützung beim Aufbau nachhaltiger Lieferketten beim Abbau von Kobalt, Coltan und anderen Rohstoffen.

Aufgrund der verschobenen Wahlen hatte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Ende 2017 seine Zusammenarbeit regierungsfern ausgerichtet, direkte Maßnahmen zugunsten der Bevölkerung blieben erhalten. Minister Müller vereinbarte die Aufnahme des Dialogs zur Entwicklungszusammenarbeit unmittelbar nach Regierungsbildung und versprach dem Präsidenten eine Afrika-Initiative in der EU.

Nach dem Besuch des Kongos setzt Minister Müller seine Reise in Kenia fort. (bmz, Foto: Ute Grabowsky / photothek.net)