Burkina Faso: Das 24. Afrikanische Film Festival FESPACO 2015 im digitalen Zeitalter

Burkina Faso: Das 24. Afrikanische Film Festival FESPACO 2015 im digitalen Zeitalter

Ouagadogou. Das panafrikanische Kino und Fernsehfestival (FESPACO) ist wieder für eine Woche im Mittelpunkt des Interesses von Filmbegeisterten. Trotz mancher politischer und der damit verbundenen Unsicherheiten sowie der Ebola-Krise im Westafrika – FESPACO findet statt.Lange Diskussionen im Vorfeld, ob „Timbuktu“ gezeigt werden kann, ragten sich um den mit vielen Preisen ausgezeichneten Film. Die Veranstalter haben sich mutig dafür entschieden, diese Verfilmung der schwierigen Lebenssituation der Bevölkerung im Norden Malis, dem Publikum zugänglich zu machen.

Zu der 24. Ausgabe haben sich wieder zahlreiche Filmschaffende und Filminteressierte zum am meisten beachteten und größten Filmfestival Afrikas, eingefunden.

Eine große Anzahl von Besuchern verfolgte im Sportpalast von Ouagadougou 2000 die offizielle Eröffnung des FESPACO. Ausgewählt wurden unter vielen Musikern Ismael Lo aus Senegal und Alif Naaba, der Prinz von Konkistenga aus Burkina Faso. Aufwändig inszeniert die imposante Darstellung unter der Choreographie von Irene Tassembedo mit der Beteiligung von 134 Personen, die mit ihren Interpretationen das zentrale Thema Friede und Hoffnung, verkörperten. Den Willkommensgrüßen der Verantwortlichen der Filmfestspiele folgte die symbolische Eröffnung mit der Filmklappe durch den Premierminister und dem Vertreter von Ägypten, in diesem Jahr Schwerpunktland von FESPACO.

Zum ersten Mal öffnet das afrikanische Festival für Kino und Fernsehen den Wettbewerb um die Hauptpreise für die afrikanische Diaspora und für digitale Filme. Insgesamt haben sich 700 Filme aus über 35 Ländern angemeldet. Das ist bedingt dadurch, dass in diesem Jahr auch digitale Filme zugelassen wurden. Damit haben sich zweimal mehr Filmproduzenten eingeschrieben als bei der letzten Ausgabe des FESPACO 2013.

Unter den eingereichten Beiträgen wählte die international besetzte Jury aus. 20 Filme stehen auf der offiziellen Liste für die Nominierungen der begehrten Preise des Goldenen, Silbernen und Bronzenen Hengstes, insgesamt werden 133 Filme gezeigt, darunter 85 im Wettbewerb.

Diese Auszeichnungen sind sehr begehrt. Sie gelten als Barometer für den wichtigsten afrikanischen Filmpreis. Verliehen werden die Prämierungen für bemerkenswerte Verfilmungen in den Kategorien Spielfilme in Kurz- und Langfassungen, Dokumentarfilme und Fernsehserien.

Daneben sorgen eine Vielzahl von Sonderpreisen für ein hohes Interesse der Filmproduzenten und der Zuschauer. Zum ersten Mal in diesem Jahr wird der Thomas Sankara-Preis für Kurzfilme verliehen.

Dennoch, noch immer zeigen nur wenige Kinos afrikanische Filme außerhalb des Festivals. Oder sie werden nur kurz gezeigt, um wirklich eine nachhaltige Wirkung zu erzeugen. Somit verbleiben afrikanische Filme mehr oder weniger in einem geschlossenen Kreislauf. Jeder produzierte Film, gezeigt beim afrikanischen Festival, eröffnet die Chance, dass sich das Bild und die Vorstellungen von Afrika verändern. Ein wichtiger Beitrag des FESPACO. (Theresa Endres)