Burkina Faso: das klägliche Ende des Blaise Compaoré

Burkina Faso: das klägliche Ende des Blaise Compaoré

Das Volk Burkina Fasos – die „aufrechten Menschen“ wie der Name des Landes aussagt – hat es geschafft, seinen Präsidenten, der seit 27 Jahren im Amt war, zu chassen – und nicht etwa die Armee, wie der französische Figaro ärgerlicherweise fälschlich twittert.

Er hätte es anders haben können, aber sein Machthunger war stärker. Die Signale, die ihn davon hätten abhalten sollen, noch einmal die Verfassung zu ändern, um ein weiteres Mandat – das fünfte seit seiner Machtübernahme 1987 – im kommenden Jahr zu erringen, hat er ignoriert.

Dabei trug seine Herrschaft durchaus teilweise zeitweilig demokratische Züge. In vielen Ländern Afrikas keine Selbstverständlichkeit, ließ er 1991 das Mehrparteiensystem zu, und die Pressefreiheit war beachtlich. Die Oppositionspresse durfte ungehemmt ihre Meinung kundtun – doch dann wurde 1998 der Journalist Norbert Zongo ermordet, ein Akt, den man Compaoré zuschrieb, ebenso wie die Ermordung seines ehemaligen Freundes Thomas Sankara, dem Idol der Burkinabè.

Darüber hinaus hatte sich Compaoré im Laufe der Jahre als ein nützlicher Vermittler in vielen regionalen Krisen erwiesen. Zuletzt waren Paris und Ouagadougou allerdings nicht mehr auf einer Wellenlänge was Nordmali mit seinen nach Unabhängigkeit strebenden Tuareg, und unterwandert von dschihadistischen Gruppen. Schließlich aber öffnete Burkina seine Grenzen für Einheiten der französischen und amerikanischen Armee im Kampf gegen den Terrorismus in der Sahelzone.

Er hatte den Ruf eines leidenschaftlichen Diplomaten – diesen undiplomatischen Abgang hätte er vermeiden können.

Ich wünsche den Menschen Burkina Fasos, ein Land, das ich oft besucht und wo ich zahlreiche Freunde habe, dass es gelingt, es wieder aufzurichten. (Ingrid Aouane, Text und Foto)