Burkina Faso / Memorial Thomas Sankara  „ Sie haben ihn zum zweiten Mal „getötet“ …

Burkina Faso / Memorial Thomas Sankara  „ Sie haben ihn zum zweiten Mal „getötet“ …… so eine Reaktion auf die Realisierung des Denkmals. Die Statue repräsentiert nicht die Person des Präsidenten.

Lautstarke Entrüstung aus allen Teilen der Bevölkerung und in den sozialen Medien nach der feierlichen Enthüllung des Denkmals für den Begründer der burkinischen Revolution Thomas Sankara. Die Gründe der Empörung: die Gesichtszüge gleichen nicht denen des früheren Präsidenten. Es soll eine lebendige Erinnerung an den 15.10. 1987 sein, als Thomas Sankara und seine 12 Mitarbeiter ermordet wurden. Realisiert wurde das insgesamt 8 Meter hohe Denkmal aus Bronze von einer Gruppe von 50 Burkinabe. Bereits am Gedenktag der Revolution 2018 ist der Grundstein für dieses Monument gelegt worden.

Der Präsident von Burkina Faso, Roch Marc Christian Kaboré und Ghanas ex-Präsident Jerry John Rawlings weihten die Statue Thomas Sankaras  und die Porträts seiner 12  Mitstreiter vor Ministern, vor  Angehörigen der Opfer und zahlreichen Zuschauern ein. J. J. Rawlings, ein Freund des früheren Präsidenten, erklärte, dass Sankaras Ideen die Grenzen, die Generationen und die Länder weltweit überschreiten.

Luc Dumbia vom Denkmalkommittee erinnerte an die Schlüsselideen von Thomas Sankara:  Neugestaltung von Burkina Faso, Unterstützung des Kampfes für die Emanzipation, Förderung der Gleichheit von Mann und Frau, Schutz der Umwelt sowie die Förderung der eigenen Entwicklung auf der Grundlage der vorhandenen Ressourcen. „Consommez burkinabè“, verbrauchen wir nur das, was wir selbst anbauen können. Unvergessen ist dieses Motto, das mit den lokal hergestellten Produkten verbunden ist. Mit der Pflege und Verschönerung der Ruhestätte und seines Hauses soll die Bedeutung des Revolutionärs, seiner Ideen für die Gegenwart lebendig bleiben und zum Nachahmen anregen.

Die Träume von Sankara lassen sich verwirklichen, mit dem Beitrag jedes einzelnen, in seinem Namen und mit der Kraft der Überzeugung, so Alain Traore. Er ist der einzige Überlebende des Mordes an Sankara, als dieser und seine 12 Mitkämpfer umgebracht wurden. Der „Conseil d’Entente“ (Tagungsort des Revolutionsrates) mit seinem symbolischen Charakter und seinem historischen Bezug zur burkinischen Revolution ist gedacht als ein Ort des Gedenkens. Die zerstörten Autos und die Militärfahrzeuge im Hof sind stumme Zeugen eines weit reichenden historischen Ereignisses. Immer noch ungeklärt ist, wer die Verantwortlichen dieses Massakers waren.

Der Präsident von Burkina Faso forderte in seiner Rede die Bevölkerung auf, aus den Lehren von Sankara zu lernen.

Nach wie vor bleiben deren Umsetzung sehr bruchstückhaft.

Anwesend bei der Zeremonie die nationale und die internationale Presse. Die zahlreichen Selfies vor dem Monument Thomas Sankaras zeugen von seiner Popularität.

Die berechtigten Kritiken, dass die Person des Symbols der burkinischen Revolution nicht wieder zu erkennen ist führen dazu, dass die Künstler das Monument neu bearbeiten müssen.

(Theresa Endres, Text und Foto)