Burkina Faso / Nachlese zu FESPACO 2015: zahlreiche Sonderpreise reflektieren die Differenziertheit des afrikanischen Films

Burkina Faso / Nachlese zu FESPACO 2015: zahlreiche Sonderpreise reflektieren die Differenziertheit des afrikanischen Films

Beachtenswert ist die Vielzahl der staatlichen, internationalen und privaten Institutionen, die beim diesjährigen Film-und Fernsehfestival die afrikanischen Filme durch ihre Preise fördern. Insgesamt vergaben 15 Organisationen ihre Prämien nach von ihnen festgelegten Kriterien.

Die Förderung von Demokratie, des Friedens, der sozialen Gerechtigkeit, der Solidarität, der kulturellen afrikanischen Werte, des Respektes der Menschenrechte, der Gleichheit von Mann und Frau, der interkulturellen Dialoge und der guten Regierungsführung waren einige der entscheidenden Kriterien bei der Preisvergabe für die offiziell ausgewählten Festivalbeiträge.

Der Spielfilm „L’œil du cyclone“ aus Burkina Faso von Sékou Traoré erhielt mehrere Auszeichnungen. Neben dem bronzenen Hengst, konnte der Regisseur die Prämierung durch die Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion, sowie den Preis von Sembene Ousmane entgegen nehmen.

Der Kurzfilm aus Kamerun „Damarou“ von Agbor Obed Agbor überzeugte die Jury des internationalen Kinderhilfswerkes UNICEF für Kinderrechte, mit seinem Beitrag für eine bessere Umwelt für Kinder. Diese kurze Episode schildert, wie sich ein taubstummes Mädchen gegen viele Widerstände seiner Umgebung, eine bessere Bildung erkämpft.

Den Preis der Europäischen Union erhielt “ Abl al rabi avant le printemps“, dotiert mit 7 Millionen FCFA. Im Film werden die Rolle von fünf jungen Internetnutzern beleuchtet, die versuchen mit Hilfe dieses Kommunikationsmittels Informationen zu verbreiten, die zur Mobilisierung der Bevölkerung beitragen sollen. Es ist eine Chronik von Ereignissen, die zur Revolution führen.

Der zum ersten Mal vergebene Spezialpreis Thomas Sankara der Gilde der afrikanischen Regisseure und Produzenten, würdigte mit dieser Auszeichnung „Zakaria“ der tunesischen Regisseurin Leyla Bouzid. Ausgezeichnet wurde dieser Film wegen seiner besonderen Qualitäten in Bezug „auf die dramatische Kreativität, das erzählerische Talent, die künstlerischen Umsetzung, sowie die positive Darstellung von Afrika „. Thematisiert werden der Alltag einer algerischen Familie, die in Frankreich lebt. Für eine Beerdigung kehren sie nach Algerien zurück, eine Tochter schließt sich diesem Besuch nicht an.

Der Dokumentarfilm “ La sirene de Faso Fani “ von Michel K. Zongo zeichnet die Geschichte des Zerfalls der einst so bedeutsamen und von dem damaligen Präsidenten Sankara unterstützten Weiterverarbeitung der Baumwolle in der burkinischen Stadt Koudougou, nach. Die Auflagen des Strukturanpassungsprogramms und der Weltbank führten dazu, dass Faso Fani geschlossen wurde. Frühere Mitarbeiter berichten als Zeitzeugen von den Konsequenzen dieser Schließung.

Der Film erhielt den Preis der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion sowie von LONAB, der staatlichen Lotterie von Burkina Faso.

Die Stadt Ouagadougou zeichnet den Film “ Le prix de l’amour “ von Hailey Hermon aus Äthiopien aus. Ein Taxifahrer verliert durch seine Beziehung mit einer Prostituierten seine Existenzgrundlage.

Die innerafrikanische Organisation zur Verhütung von Berufsrisiken vergab ihren Preis für den Dokumentarstreifen „Karité, Manne des Savanes“; aus der Elfenbeinküste von Felizia Kouakou.

Behandelt werden die therapeutischen, kosmetischen und Ernährungsaspekte von Karite. Es ist nicht nur in Afrika ein gefragtes Produkt.

Die katholische Presseagentur votierte mit ihrem Preis für die Verfilmung von „Cellule 512“ von Missa Hebie,aus Burkina Faso. Geschildert werden die Ereignisse nach einem tödlichen Unfall durch Honorine. Im Gefängnis erlebt sie physische und sexuelle Gewalt. Eine korrupte Justiz erschwert die Arbeit des Richters, der die Hintergründe des Unfalls klären will.

Der Preis Félix Houphouet- Boigny wurde für den Film „Run“ von Philppe Lacote aus der Elfenbeinküste vergeben. Run erzählt die Geschichte eines jungen Mannes: er träumt davon Regenmacher zu werden. Er zieht mit einer Frau durch die Märkte des Landes. Er lässt sich als junger Patriot anheuern, er erschießt den Premierminister, der bei den Patrioten sein Vorgesetzter war. Wie ein roter Faden zieht es sich durch sein Leben, er ist immer auf der Flucht. (Theresa Endres)