CD-Tipp: SUNBURST, AVE AFRICA – The Kitoto Sound Of East Africa: 1973-1976

SUNBURST FINAL FRONT COVER HI RESStrut präsentiert eine Sammlung von Aufnahmen von Tansanias meist geehrter, aber kurzlebiger Band SUNBURST. Diese erste Retrospektive deckt den ganzen Output von 1973-1976 ab, dabei sind die Singles auf Moto und TFC, ihr einziges Album ‘Ave Africa’ und eine unveröffentlichte Radiosession, aufgenommen in Tansania 1973. 
Soul, Funk und R&B haben junge Musiker in Dar lange beeinflusst, besonders nach einem Konzert des US- Bluesmusikers Buddy Guy 1969. Heimische Bands wie die Rifters, Groove Makers, Sparks, Barkes und Tonics entstanden und Soul wurde auf den „Boogies“ populär, das waren wöchentliche Events in Clubs und städtischen Hallen. Die Nachbarschaft Upanga in Dar es Salaam wurde „Soulville“ getauft, weil mehrere Soulbands von daher stammten. Als Sunburst entstanden, hatte ihr Repertoire auch eigene Kompositionen im Programm. Die ersten Songs reflektierten den unterschiedlichen Background der Band und ihrer Einflüsse, sowohl musikalisch als auch textlich. ‘Black Is Beautiful’ war ein Wink in Richtung James Brown’s ‘Say It Loud’, wurde aber zudem inspiriert davin, dass man mit der wachsenden African American community in Dar herum hing. 1973 waren Sunburst die Hauptband auf einer Party, die Angela Davis willkommen hiess, die das Land für eine Woche besuchte. ‘Enzi Za Utumwani’ (‘Slavery Days’) berichtet von der Geschichte der kolonialen Unterdrückung afrikanischer Menschen auf der ganzen Welt. Musikalisch hatte der Song einen starken Einfluss durch die Küste,und der Rhythmus und Melodie sind ein Hinweis auf den “Melting Pot” von späteren Sunburst- Arbeiten. Ein paar Jahre später wurde ‘Enzi Za Utumwani’ vom Japanischen Jazzmusiker Sadao Watanabe gecovert.

Nach dem Monat Juni 1973 erreichten Sunburst schnell eine wachsende lokale und Nationale Hörerschaft, als sie eine Radiosession für Radio Tanzania aufnahme. Zu der Zeit war es der einizige Weg, im Radio gehört zu werden, wenn man im Dar Es Salaam Radiostudio aufnahm. Aus dieser Session wurde der Song ‘Kosa Langu Mpenzi’ populär in der Jugend von Tansania,er beschreibt eine wahre Geschichte aus dem Liebesleben von Sänger James Mpungo. Ein paar Monate später reiste die Gruppe nach Nairobi(Kenia) und nahm für Moto Moto auf, ein kenianisches Label, das viele Bands aus Tansania im Katalog hatte.

Die Session, angeführt vom berühmten Produzenten Phares Oluoch Kanindo, ergab 4 Songs, die lokal auf 2 singles veröffentlicht und von RCA für den amerikanischen Markt lizensiert wurden. Die Songs von Sunburst ragten kommerziell und inhaltlich heraus, weil diegroße Mehrheit der Band stilistisch im Rumba, ‘jazz’ oder Taraab Genres veröffentlichte. Im April 1976 begannen Sunburst die Arbeit an ihrem ersten richtigen Album, das in den berühmten dB Studios in Lusaka aufgenommen wurde. Die Aufnahmen von ‘Ave Africa’ wurden vom Bandmanager bezahlt und das Album wurde früh im Jahr 1977 auf Sunburst’s eigenem Label, Kitoto Records, veröffentlicht. Der Text auf dem Album deklarierte den Sunburst-Sound als eine „Fusion aus traditionellen Sounds aus Afrika mit Western Rock, gewürzt mit Prise Karibik“. Aber tatsächlich erreichte die Feingliedrigkeit des Kitoto Sounds, den die Band seit Jahren entwickelt hatte, hier ihren Höhepunkt. Die Bandmitglieder aus sechs verschiedenen Ländern nahmen hier alles mit auf an Einflüssen, Stilen, Sprachen und Geschichten. Während ihr Album auf die Veröffentlichung in Sambia vorbereitet wurde, verließ die Band das Land, um eine Residenz im New Africa Hotel in Dar es Salaam aufzuschlagen. Zurück in Tansania nahmen sie 3 weitere Singles aus, dieses Mal für die staatlichen Tanzania Film Corporation (TFC) ‘Banchikicha’, wurde sofort ein Radiohit , seine Lyrics stammen von einem populären Kinderlied und bekommt bis heute gelegentlich Airplay in Tansania.

Zur Überraschung vieler kam die PR für das ‚Ave Africa’ Album in Sambia zusammen mit der Nachricht der Auflösung Sunburst. Manager Peter Bagshawe erklärte, dass schon im vorigen Jahr die Mitglieder in verschiedene Richtungen wollten. Die Auflösung resultierte aus eine Unzufriedenheit innerhalb der Band aufgrund geringer Einkünfte. Manager Peter Bagshawe zog nach Südafrika in 1991 und behielt ein Archiv der Bandaufnahmen, Fotos und ein Demo, obwohl er den Kontakt zur Band verloren hatte. (passionate.pr)

VÖ: 24.06.2016