Crowdfunding-finanziertes Technologie-Startup bringt sauberes Wasser nach Afrika  

Crowdfunding-finanziertes Technologie-Startup bringt sauberes Wasser nach Afrika  Das junge Unternehmen Boreal Light hat vor wenigen Tagen die ersten Liter Trinkwasser aus einer Entsalzungsanlage generieren und an die Bevölkerung übergeben können. Eingeweiht wurde die Anlage durch den Wasserminister aus Kenia.

Erst vor wenigen Monaten sammelte das Startup Boreal Light GmbH aus Berlin knapp 130.000 Euro über die auf Energieprojekte spezialisierte Crowdfunding-Plattform bettervest ein, um zwei mittels Solarenergie betriebener Wasseraufbereitungsanlagen finanzieren zu können. Bereits ein halbes Jahr später ist die Anlage nun vollständig in Betrieb und produziert Trinkwasser für die Bevölkerung.

Boreal Light hat eine technische Lösung entwickelt, welche mithilfe von Solarenergie Wasser entsalzen, reinigen sowie sterilisieren kann. Die Anlagen können vor Ort gewartet werden und haben außerdem die Kapazität, ein ganzes Dorf mit Trinkwasser zu versorgen.

Die Errichtung der Wasserkioske hat vielfältige positive Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung. Zum Einen halbiert sich der Preis für sauberes Trinkwasser, welches zuvor entweder vom Festland aus bezogen oder durch das Sammeln und Abkochen von Regenwasser gewonnen wurde. Bei diesem Prozess werden Keime wie beispielsweise Hepatitis-Erreger oder Salmonellen nicht aus dem Wasser entfernt, was zu schwerwiegenden Krankheiten führen kann. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass durch die Entsalzung CO2 eingespart werden kann, da die Wasserkioske CO2-neutral betrieben werden und zukünftig kein Holz mehr verbrannt werden muss.

„Dies ist ein sehr großer Meilenstein für uns. Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu geben, ist eine Herzensangelegenheit und wir freuen uns sehr, gemeinsam mit bettervest noch viele weitere Menschen an kostengünstiges Trinkwasser anzuschließen.“ so Al-Hakim, Mitgründer von Boreal Light GmbH.

Alleine in Subsahara Afrika haben 265 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Botswana führt die Liste der Flächenstaaten mit einem Versorgungsgrad von inzwischen annähernd 95 Prozent an. Große Fortschritte machten auch Tansania, die Zentralafrikanische Republik und Ghana – in diesen Ländern liegt der Versorgungsgrad inzwischen bei etwa 70 Prozent. Andere Staaten wie Kenia, Nigeria oder Sambia liegen im „Mittelfeld“ mit Werten von etwa 60 Prozent. Sehr schlecht sieht es weiterhin in vielen Sahelländern aus. In Mauretanien etwa stagniert die Versorgung seit 15 Jahren bei unter 40 Prozent, und im ostafrikanischen Äthiopien liegt sie bei weniger als 25 Prozent. Das bedeutet, dass rund 75 Prozent der Menschen in diesem Land ihr Trinkwasser weiterhin aus Oberflächengewässern wie Maaren, Flüssen oder sogar Sumpflöchern schöpfen müssen.

Das Startup aus Berlin möchte das ändern, und plant bis 2023 eine halbe Million Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen.Mehr Informationen zu dem Boreal Light Projekt auf bettervest in Kenia, Wasini Island: https://www.bettervest.com/de/projekt/Wasserkiosk-BorealLight-Kenya