DAS-Afrika-Pressespiegel, KW 10: Frischer Wind

Präsidentschaftswahl in Sierra Leone: Am Mittwoch wurden 3,1 Millionen Wahlberechtigte in Sierra Leone an die Wahlurnen gebeten, um u.a. einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament zu wählen. Es zeichnete sich eine hohe Wahlbeteiligung ab. Der bisher amtierende Präsident Ernest Bai Koroma durfte nach zwei Amtszeiten nicht wieder antreten. Für die Regierungspartei APC geht daher der bisherige Außenminister Samura Kamara ins Rennen.

Sein größter Konkurrent ist Julius Maada Bio von der Oppositionspartei SLPP. Die beiden Parteien haben die Politik des westafrikanischen Staates seit der Unabhängigkeit maßgeblich bestimmt. Auch wenn Beobachter aus der Zivilgesellschaft eine Stichwahl zwischen Kamara und Bio erwarten, können sich eine Reihe neu gegründeter Parteien berechtigte Hoffnung auf einen Einzug ins Parlament machen. Während der Wahlkampf der letzten Wochen teils von Ausschreitungen geprägt war, verlief der Wahltag selbst friedlich. Am Donnerstag wurde jedoch das Büro der Opposition von der Polizei gestürmt, die Stimmung bleibt folglich gespannt. Die Wahlkommission hat derweil mit der manuellen Auszählung der Stimmen begonnen, das amtliche Endergebnis soll aber erst zwei Wochen nach der Wahl verkündet werden. Die größten Herausforderungen für die neue Führung in Sierra Leone werden die Schaffung von Arbeitsplätzen bei einer Arbeitslosenquote von über 70%, die Bekämpfung der ausufernden Korruption und die Rekonstruktion des maroden Gesundheitssystems nach der Ebola-Krise 2014.

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