DAS-Afrika-Pressespiegel, KW 17: Auf den Straßen

DAS-Afrika-Pressespiegel, KW 17: Auf den StraßenDemonstrationen in Tansania von Staatsapparat verhindert: Die erwarteten Proteste während des 54. Jahrestages der Einheit von Sansibar und Tanganyika am Donnerstag in Tansania blieben aus. Der Einheitsfeier waren Aufrufe zu regierungskritischen Protesten vorausgegangen, um gegen die zunehmend autokratischen Tendenzen des tansanischen Präsidenten John Magufuli zu demonstrieren. Die Polizei hatte potentiellen Demonstranten im Vorfeld mit massiver Gewaltanwendung gedroht und setzte das bestehende Demonstrationsverbot am Jahrestag mit einer umfangreichen Polizeipräsenz durch.

In den größten Städten blieben viele Geschäfte geschlossen und Sicherheitskräfte patrouillierten die Straßen, um mögliche Versammlungen zu verhindern. Lediglich neun Menschen versuchten in Dar es Salaam zu protestieren und wurden umgehend verhaftet. Bereits zuvor waren in Arusha mindestens sieben Menschen für ihre Beteiligung an der Planung der Demonstrationen festgenommen, unter anderem Elizabeth Mambosho, eine führende Politikerin der größten Oppositionspartei. Präsident John Magufuli nutzte derweil die Bühne der Einheitsfeier, um seine Entschlossenheit bei der Niederschlagung jeglicher Proteste zu unterstreichen. Magufuli ist seit drei Jahren an der Macht. Sein harter Kurs gegen Korruption fand zunächst große Zustimmung unter der tansanischen Bevölkerung, inzwischen steht er jedoch aufgrund der zunehmenden Einschränkung von Medien- und Meinungsfreiheit national und international stark in der Kritik. (Deutsche Afrika Stiftung)

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