DAS-Afrika-Pressespiegel KW 24: Zähe Verhandlungen

Wiederaufnahme der Gespräche zum Staudamm GERD: Am vergangenen Dienstag kam es erstmals seit Februar wieder zu einem trilateralen Treffen zwischen dem Sudan, Ägypten und Äthiopien bezüglich des Grand Ethiopian Renaissance Dams (GERD). Unter Beobachtung der USA, der EU und Südafrika sind die online stattfindenden Gespräche der drei Parteien jedoch wieder ins Stocken geraten. Der Grund ist der Disput um die Fertigstellung des äthiopischen Staudamms und die weitere Planung der Benutzung.

Äthiopien möchte an seinem Plan, im Juli mit der ersten Phase der Füllung des 74 Milliarden Kubikmeter fassenden Reservoirs zu beginnen, festhalten. Ägypten fordert jedoch von Äthiopien, jegliche einseitigen Maßnahmen zur Auffüllung des Staudamms zu unterlassen, bis die Verhandlungen abgeschlossen sind und eine Einigung erzielt wurde. Die Gespräche sollen nun bis auf Weiteres mit Ausnahme von freitags und sonntags täglich fortgeführt werden. Mit dem 2011 begonnenen Bau des künftig größten Staudamms Afrikas möchte Äthiopien große Mengen an Strom durch das Stauen des Nils gewinnen. Ägypten und Sudan befürchten ihrerseits jedoch den Verlust des für die Bewirtschaftung des Landes so wichtigen Nilwassers, sobald das Stauen des Damms beginnt. Bei der aktuell angestrebten Füllzeit von sieben Jahren, wie sie die Regierung Äthiopiens vorsieht, würde Ägypten einigen Berechnungen zufolge voraussichtlich 22 Prozent des Nilwassers und etwa 30 Prozent seines fruchtbaren Bodens einbüßen. Nach Einschätzung der ägyptischen Führung wäre dies ein Desaster. Die letzten trilateralen Verhandlungen im Februar dieses Jahres scheiterten bereits an dem Disput, nachdem sich Ägypten von den Gesprächen zurückzog.

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