
Diese Woche im DAS-Pressespiegel: Die African Union Development Agency stellt ein Entwicklungsprogramm für Inselstaaten vor, Simbabwe treibt die heimische Lithiumverarbeitung voran, Olara A. Otunnu, Deutscher Afrika-Preisträger 2002, kandidiert für das Amt des UN-Generalsekretärs und Malawi nimmt seine erste netzgekoppelte Batteriespeicheranlage in Betrieb.
AUDA-NEPAD stellt Entwicklungsprogramm für Inselwirtschaften und grünen Entwicklungsfond vor Die African Union Development Agency (AUDA-NEPAD) stellte am vergangenen Freitag in Abidjan, Côte d’Ivoire, das Programme for African Developing Island Economies vor. Es ist das erste kontinentale Entwicklungsprogramm, das speziell auf die Herausforderungen afrikanischer Inselökonomien zugeschnitten ist. Die teilnehmenden Staaten Cabo Verde, Guinea-Bissau, die Komoren, Madagaskar, Mauritius, São Tomé und Príncipe sowie die Seychellen sollen im Rahmen eines Fünfjahresplans bis 2031 unter anderem bei der Klimaanpassung, der Handelsentwicklung und der Anbindung an kontinentale Märkte unterstützt werden.
Der Plan umfasst sechs Säulen: die blaue Wirtschaft und die nachhaltige Nutzung mariner Ressourcen, Klimaanpassung und -resilienz, eine nachhaltige Energie- und Wasserversorgung, Konnektivität und Integration in die Afrikanische Freihandelszone (AfCFTA), Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit sowie die digitale Transformation. Darüber hinaus setzt er auf eine an die Ressourcen der Inselökonomien angepasste Industrialisierung, den Ausbau maritimer und digitaler Infrastruktur sowie Investitionen in Zukunftstechnologien und die Wissensökonomie. Damit sollen gemeinsame strukturelle Herausforderungen wie kleine Binnenmärkte, geografische Abgeschiedenheit und eine hohe Anfälligkeit gegenüber Klimafolgen gezielt angegangen werden. Ausgearbeitet wurde das Programm im Rahmen eines Konsultationstreffens der sieben teilnehmenden Insel-Wirtschaften. Unterstützt wird es durch eine Partnerschaft mit Südkorea sowie durch die Afrikanische Entwicklungsbank, die regionalen Wirtschaftskomitees und die Kommission des Indischen Ozeans.
Ebenfalls angekündigt wurde die Einführung des African Green Transition PPP Fund (AGTPF). Dabei handelt es sich um eine neue öffentlich-private Investitionsplattform, die die Umsetzung grüner Infrastrukturprojekte auf dem Kontinent unterstützen soll. Investiert werden soll unter anderem in erneuerbare Energien, Übertragungsinfrastruktur, Projekte an der Schnittstelle von Wasser- und Energieversorgung, die Dekarbonisierung der Industrie sowie klimaresiliente Infrastruktur. Laut Nardos Bekele-Thomas, Direktorin der AUDA-NEPAD, fehle es Afrika nicht an grünen Projekten, sondern an Plattformen, die vorbereitete Vorhaben in konkrete Investitionen überführen. Der Fonds solle diese Lücke schließen und Kapital aus staatlichen, privaten und institutionellen Quellen für bankfähige Infrastrukturprojekte mobilisieren. Der AGTPF ist als luxemburgische SICAV-RAIF strukturiert und soll in einer ersten Phase bis zum Africa Business Forum 2026 rund 500 Millionen Euro an öffentlichem, privatem und institutionellem Kapital mobilisieren. Auch die am Programme for African Developing Island Economies beteiligten Staaten könnten von der neuen Finanzierungsplattform profitieren.
Die Ankündigungen erfolgten im Rahmen der gemeinsamen neunten Sitzung des Fachausschusses der Afrikanischen Union für Finanzen, Währungsangelegenheiten, Wirtschaftsplanung und Integration sowie der fünften Sitzung des Fachausschusses für Handel, Tourismus, Industrie und Bodenschätze in der vergangenen Woche. Das Treffen stand unter dem Motto „Die Industrialisierung Afrikas für eine nachhaltige Entwicklung finanzieren“. Im Mittelpunkt des Austauschs zwischen Ministerinnen und Ministern, Entwicklungspartnerinnen und -partnern sowie Vertreterinnen und Vertretern des Privatsektor, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft standen Strategien zur Finanzierung der Industrialisierung und zur Unterstützung der wirtschaftlichen Transformation Afrikas im Rahmen der Agenda 2063 der Afrikanischen Union.
Simbabwe treibt heimische Lithiumverarbeitung voran Am vergangenen Freitag ging in Harare die erste Ausgabe der Zimbabwe Industrialisation Conference & Expo zu Ende. Die zweitägige Konferenz brachte hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und regionalen Organisationen zusammen, um über die Beschleunigung der Industrialisierung Simbabwes zu beraten …
Sondermeldung: Olara A. Otunnu, Deutscher Afrika-Preisträger 2002, kandidiert für UN-Generalsekretärsposten Am vergangenen Freitag stieg der ugandische Diplomat Olara A. Otunnu ins Rennen um die Nachfolge von UN-Generalsekretär António Guterres ein. Otunnu, der frühere UN-Untergeneralsekretär und Sonderbeauftragte für Kinder und bewaffnete Konflikte, ist Träger des Deutschen Afrika-Preises 2002 …
Und sonst? Am vergangenen Freitag wurde in Lilongwe Malawis erste netzgekoppelte Batteriespeicheranlage mit 20 MW Leistung und 40 MWh Speicherkapazität in Betrieb genommen. Die Anlage wurde als gemeinsames Projekt der staatlichen Electricity Supply Corporation of Malawi (ESCOM) und der Global Energy Alliance for People and Planet (GEAPP) umgesetzt …
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