DAS-Afrika-Pressespiegel KW 32: Herausforderung des Status quo

Politische Spannungen in Simbabwe eskalieren: Arbeitslosigkeit, Korruption, Inflation: Die Unzufriedenheit der Menschen in Simbabwe ist groß und treibt sie auf die Straßen. Die Regierung um Präsident Emmerson Mnangagwa versucht, die friedlichen Proteste bereits im Keim zu ersticken und antwortet mit Repressionen. In den vergangenen Tagen wurden mehrere Oppositionsmitglieder sowie Aktivisten und Aktivistinnen verhaftet. Simbabwes Präsident bezeichnete zudem die wichtigste Oppositionspartei des Landes MDC (Movement for Democratic Change) als Terroristen und kündigte an, weiterhin hart durchzugreifen.

Laut Tendai Biti, Sprecher der MDC, wurden einige der inhaftierten Oppositionellen misshandelt und gefoltert. Biti sieht in der sich zuspitzenden Lage einen möglichen Wendepunkt und warnt vor einem erneuten Militärputsch. Viele der Aktivisten und Aktivistinnen sind inzwischen untergetaucht, um der Verhaftungswelle zu entgehen. In den sozialen Netzwerken wird unter dem Hashtag #ZimbabweanLivesMatter versucht, die Aufmerksamkeit auf die Situation der Protestierenden in dem Land im südlichen Afrika zu lenken und die internationale Gemeinschaft aufzufordern, das Vorgehen der Regierungspartei ZANU-PF (Zimbabwe African National Union-Patriotic Front) zu verurteilen. Am Donnerstag übte Südafrikas Regierung unübliche Kritik an den Menschenrechtsverletzungen im Nachbarland und kündigte einen bilateralen Dialog auf höchster Ebene an, um die Situation zu stabilisieren. Die Lage in Simbabwe ist schon länger angespannt. Entgegen aller Versprechungen konnte Mnangagwa das Land nicht aus der Wirtschaftskrise führen, die Inflation ist mit 700 Prozent die zweithöchste der Welt. Der Versuch des Präsidenten, Covid-19 für die schlechte wirtschaftliche Lage verantwortlich zu machen, wird von der Opposition stark kritisiert.

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