DAS-Afrika-Pressespiegel KW 33: Politische Aufarbeitung

Deutsch-namibische Verhandlungen auf dem Prüfstand: Am Dienstag hat die namibische Regierung das aktuelle Entschädigungsangebot der Bundesregierung für den Genozid an Herero und Nama abgelehnt. In einer offiziellen Erklärung nannte Präsident Hage Geingob den derzeitigen Vorschlag der Bundesregierung über Wiedergutmachungszahlungen als nicht akzeptabel. Die Terminologie der Entschädigung gilt als weiterer Streitpunkt der Verhandlungen.

Während Deutschland den Begriff der Reparationen ablehnt, empfindet die namibische Regierung den von deutscher Seite favorisierten Begriff der „Heilung der Wunden“ als ungenügend. Gleichzeitig zeigte sich Geingob mit dem generellen Fortschritt der seit 2015 laufenden Verhandlungen zufrieden und beauftragte seinen Sonderbeauftragten Dr. Zed Ngavirue damit, die Verhandlungen mit dem Ziel eines überarbeiteten Angebots weiterzuführen. Die Erklärung führte national und international zu Spekulationen und starker Kritik über die mutmaßliche Höhe der Zahlungen – in einer Rede vom Juni soll Geingob diese auf magere zehn Millionen Euro beziffert haben. Laut dem Sonderbeauftragten der Bundesregierung im Dialog um den Völkermord an den Herero und Nama, Ruprecht Polenz, wurden in den Gesprächen jedoch noch keine konkreten Beträge genannt. Tatsächlich gehen Beobachter und Beobachterinnen von einer weitaus höheren Summe aus. So soll das Entschädigungspaket verschiedene Projekte in den Bereichen Infrastruktur, Bildung und Gesundheit insbesondere in den Regionen enthalten, die heute überwiegend von den Nachkommen der Herero und Nama bewohnt werden. Darüber hinaus wird eine bedingungslose Entschuldigung Deutschlands für die Kolonialverbrechen an Herero und Nama erwartet.

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