DAS-Afrika-Pressespiegel KW 36: Chance auf Neuanfang

Friedensschluss im Sudan: Am Montag unterzeichneten die Übergangsregierung Sudans und die Sudanesische Revolutionäre Front (SRF) – eine Koalition mehrerer Rebellengruppen – ein Friedensabkommen. Die Einigung soll den Bürgerkrieg in den südlichen Gliedstaaten Süd-Kordofan, Blue Nile und im Darfur-Gebiet beenden. 17 Jahre lang kämpften die Rebellen dort gegen die Benachteiligung nicht-arabischer Völker. Der sogenannte Darfur-Konflikt forderte laut Angaben der UN bereits 300.000 Todesopfer und zwang Millionen Menschen zur Flucht. Die Friedenszeremonie fand in Juba, der Hauptstadt des Südsudans, statt.

Das Land spaltete sich 2011 selbst vom Sudan ab und grenzt an die betroffenen Regionen. Seit 2019 versucht der Südsudan immer wieder zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln; am Montag dann mit Erfolg. Anders als bei vorangegangenen Friedensverträgen, wie dem Vertrag von Abuja 2006 oder dem Katar-Abkommen von 2010, beschränkt sich die neue Übereinkunft nicht nur auf Sicherheitsfragen. Grundsätzliche Konfliktthemen, die den Sudan seit seiner Unabhängigkeit 1956 destabilisieren, sind hier ebenso geregelt. Das Friedensabkommen von Juba umfasst Vereinbarungen über Landeigentum, stärkere Autonomie der Gliedstaaten, den juristischen Umgang mit Verbrechen während des Bürgerkriegs, die Rückkehr von Geflüchteten, Reparation und Kompensation. Außerdem sollen die Rebellen künftig in Sudans Armee eingegliedert werden. Nicht alle Rebellengruppen haben die Einigung unterzeichnet. So will sich der von Abdulwahid al-Nur geführte Flügel der Darfur-Rebellenbewegung Sudanesische Befreiungsarmee (SLA) erst beteiligen, wenn die Regierung zusichert, die Janjaweed-Milizen in Darfur zu entwaffnen. Deren ehemaliger Anführer und nun zweiter Mann im Staat, Hamdan “Hemeti” Daglo, leitet die Verhandlungen auf sudanesischer Seite – ein weiterer Grund für die Boykottierung des Vertrags durch einzelne Rebellengruppen.  Der Friedensschluss ist ein Zeichen aller auf der Suche nach einem Ende der Gewalt. Ob er wirklich wie von den Parteien angekündigt zu einem historischen Ereignis wird, bleibt abzuwarten.

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